03/08/2010 - 23:26
Eins ist aus Nichts zur Welt gekommen,
Zwei nied ihr das sofort.
Drei hat die beiden ausgesöhnt,
Vier hat sich ausgeruht.
Fünf säte Zwietracht frech erneut,
Sechs einte sie als Paar.
Sieben hat hämisch zugeschaut,
Acht teilte pari auf,
Neun blickte streng zurück,
der Rest ist wohlbekannt,
Rota, Tarot.
03/06/2010 - 16:29
3 gibt‘s aufn Kopf
wenn morgen töten
aufs Auge einfach
am Hals im März
der Narbe Raum
der Brauch bringt‘s
ein Tag im Wald
- nur 3x warten
02/28/2010 - 00:25
Ich hasse Anna Gramme,
entlasse meinen Grimm auf sie,
die stramme blasse Amme,
die hat dem klammen Manne nie
das Bange aus der Kanne
am Strang aus Schlamm,
wie eine schlanke Schlange
vom Stamme grimmer Grannen,
in das Gelass der Schlimmen
hinein zu lassen stracks verwehrt.
Das war gewiß verkehrt,
weswegen ihr Gebiß verzehrt,
was sie entbehrt, es stört,
da es die Misstress Anne entehrt.
Das ist an alternden Agrarmahnmalen
bald allemal noch des Ansehens wert.
02/21/2010 - 21:05
Ich bin um die Ecke gegangen.
Ich habe das Licht angemacht.
Ich habe die Haustür geschlossen.
Ich kippte das Fenster im Bad.
Ich lauschte dem Wasser, das rauschte.
Ich hörte auf Einen, der schwor.
Ich wartete Stunden vergeblich.
Ich tanzte nach Einem, der pfiff.
Ich lag unter Decken geborgen.
Ich saß gut erzogen zu Tisch.
Ich rief nach den Tieren.
Ich speiste.
Ich stieß mir die Klinge des Messers
beim Öffnen der Dose
tief unter die Haut.
Ich zahlte den Arzt für die Heilung.
Ich wäre der Nacht keine Braut.
02/19/2010 - 17:42
Ich bin Luft
ich habe Ohren
ich soll Tage
ich lasse Gase
ich heiße Liebe
ich sehe Wolken
ich muss Wasser
ich sage Suppe
ich kann Kartoffeln
ich will Rhythmen
ich gehe Spur
ich komme in Frage
Ich finde Quellen
ich weiß Eisen
ich mache Draht
ich bringe Ware
ich gebe Nächte
ich nehme Nacht
ich bleibe Phase
ich werde Asche
ich mag den Wind
02/14/2010 - 14:33
Liebes Fräulein Schokolade
ich hebe mein Hemd
ich singe die Tür
zu Buch und Bier
zu Asche und Wein
zu schade, ich lade Sie ein
02/09/2010 - 19:23
Deine Augen
denke, nenne, sprich
Liebe
o, dein Mund
du hast "blieb" gesagt
bist
deiner Nacht Schweigen
Gehen, statt Sonne
Lachen
Herz, das den Atem las
Ton, dein Wort
wie Wimpern
02/09/2010 - 18:30
Du zählst
Ich zähle nicht
Ich zähle auf
Ich zähl auf dich
Du zählst uns ab
Wir zählen einander
Wir zählen uns an
Wir zählen uns aus
Das zählt
Das zählt uns dazu
02/08/2010 - 01:11
Aufgabe
Ergebnis
Leute
Mal
Möglichkeit
Rolle
Teil
Werfer
Der Spin-Faktor zählt!
Deren Auseinandersetzung
01/30/2010 - 20:30
Der Untergang der Welt kam vormittags, kurz nach halb elf.
Ein Rütteln war zu spüren, dann ein Schrei,
jenseits der Fenster brüllten Seelen,
ein Krachen war, dann war′s vorbei.
Die Menschen hatten ausgespielt.
Der Warentausch versagt,
die Prophezeiung hielt,
was schon ihr Text gesagt.
Da kamen strenge Reiter,
aus Stahl war ihr Visier.
Ein Morden hub da an,
ging eifrig weiter,
kein Luxus half dafür.
Sogar die Toten riß es hart
aus ihren sanften Gräbern.
Und jede Tat wog doppelt schwer.
Oweh! Nun zahlten Schuldner ihre Schuld,
und wer nicht zahlen konnte, schied
wie nur ein Knecht unter dem Herrn,
wenn dieser herrschen wollte.
Das Aufgeschobene zerbrach,
per ultimo wurd wirklich.
Auf leeren Plätzen lag
schier jede Sünde sichtbar bloß,
und Strafe grölte Rache.
Das war so gegen Elf beendet,
denn mittags kam der Kassensturz,
Verschwiegenes ward umgewendet,
das Heimliche publik.
Um Zwölf hielt man Gericht.
Und vielen wurde Gnade nicht.
So mancher dachte, das Atom
wäre ihm Schutz und Mantel,
das Elektron ein guter Grund,
der String auch für den Wandel,
mit dem man sich gefiel. Mitnichten!
Keiner kam davon.
Genauigkeit kennt kein Pardon,
das Vage wurde ruchbar.
Zur Mittagszeit ward aufgeräumt,
in einer leeren Wüste
wurde vom Neuanfang geträumt,
für den das Alte büßte.
Frisch sprang ein bunter Wicht
aus ausgebrannten Schächten,
Messias für ein junges Licht,
ein unverbrauchter Held
in ungewollten Nächten.
Kein Papst, kein Buddha, und kein Gott
sah nachmittags nach den ersparten Rechten.
Der Untergang der Welt betraf die erste Klasse,
in abgemildert weicher Form.
Wie immer hat die Masse mehr gehabt
an Leid und Schmerz und Kummer.
Das Ego teilt die Welt gut ein, wie immer.
Um Eins war endlich alles gleich,
der Zins war fast erträglich.
Selbst Weltenuntergang
ist an sich gar nicht schädlich.
01/27/2010 - 23:41
Ta Tombola, Tara!
Tamisso, Tamalin,
Ta nolens volens Tattera!
Ta tu, ta ti, ta ta, ta noi,
ta canto tanti canterei!
Tarantel tatta immada.
Taflu, Tagans, Ta anthrazit,
ta lobens, esens, esset, erruit.
Ta colta, tacatui,
tarcossa tarascon!
Ta multa tamafli ma flu.
Tacu si isset, esset, ens.
Ta no conoscere, ta sui.
Antrata entre nu.
Taranta, taka onet tatasi.
Tassumit tanto entra nu.
Ta Tombola. Ta Tel!
Ta Nato, Ta na canto, toi!
Intanto sono erit so,
immacalunga lui sai.
Ta tanto, tatta sono vel.
Ottanto, cinque, sette, sei!
01/27/2010 - 00:51
Ei, Eisens enge Esse
gießen Seen Segens
seines Sieges Singen
wegen wenig Wesen
Wessen GI
Ei, Eier
er Erker
irre, kirre
rarere, rare, rar
Iraker, er
01/25/2010 - 13:25
Herbst
dauernd Wind
Flammen heulen
klingeln Schein
und dann
kreativ schwarz
weiß
Gerecht erlischt
der Sturm
entlaubt woanders
01/21/2010 - 21:49
das was gefällt mißfällt
allein sein ist ein allen ein sein
alles gemein ist was mir mein sei
das dach schützt was es trägt
der bürger weiß sich gut geborgen
der user wähnt sich unbenutzt
das neue glaubt sich neu geboren
das alte ringt um existenz
inmitten meiner mängel mischt sich
das möchtegern mitunter ein
die himmel sind aus marmelade
versprechen weichen
welt entbrennt
glaub einem wort
und glaube immer
nur ewigkeit
zählt bis zuletzt
01/14/2010 - 09:59
Im Tretmühlenstein bäckt der Ofen die pizza auf trockenem Stroh für das Winterschlafkissen, bis Wasser dem Teig weicht, der oberen Hitze umluftig genügend, alldieweil da draußen die Schieber im Schnee die gefangenen Berge erstürmen. Zufriedene Scholle summt unter dem Eis, birgt dunkel ein Licht, das erst leise aufschiene, hätte Aufschwung im Tal allen Hängen zum Trotz eine Nase aus rotziger Frechheit gedreht. Prominent steht in erstiger Reihe, die Mütze der Vorsicht als Kranz welker Rosen revoltierend gezückt, der letztjährig gekürte Schönwetterprophet. Seht! Auf den Zinnen der Burg hält der Schildmaler aus! Kein Entrinnen dem Handwerk, keine Fahne zur Flucht. Industrie ist Kartoffel, hartkochend, geschält. Ihr Stahl ist mit Blau in den Himmel gesät, Korn und Kaff, keine Zeit, nur der Stoffel bleibt sitzen, die Schnecke springt auf, schnallt die Zitzen sich fester, parapluies gegen Angst. Bald ist Gut nur noch Hauptwort, Bewegung ein Muß. Konjunktiv dräut Verbrechen, macht mit Abnehmen Schluß. In das Rathaus zieht Frohsinn vom eichernen Faß, vom Baum der Erkenntnis bei Neumond gepflückt. Im Taubenhaus nächtigen mächtige Falken, im Lager der Jungfrau spielt Robinson Tod, wächst alles zum Alten, ist Sünde vor Ort. Zwischen Lippen und Rot bleibt die Mitte sich treu. Alle Macht dem Atom. Gute Nacht! Kassenbon, Quittung hier, grüne Taste, please enter your pin! Bestätigen Sie rasch Ihre Order zu Ostern, wenn die Kreuze erblühn und dem Henker der Kamm schwillt. Helau und Alaaf! Uns allen ist gnädig im voraus verziehn!
01/13/2010 - 23:44
Schreibt einfach Luft
viel Stunden fliegen
all Tage Tod
Wert, Wortschatz, Wort
allem Erinnerung
wie Wasser waschen
Satz & Datei
Spiegel gefangen
am Pinkelstein
schreibt einfach Luft
01/07/2010 - 12:33
Arbeiten Sie sich vor,
wenn Sie nicht einen Stehplatz wollen.
Unser Weg! Lassen Sie uns machen.
Unser Weg ist uneinnehmbar,
Sie könnten mit Ihrem nur wenig erreichen.
Ihre Hände, versuchen Sie es, schleppen Sie sich
oder gehen Sie heim -
wir vermissen Sie auch in Ihrem Zuhause,
wir haben einen Plan für jede Beobachtung -
Ihre Hände sind schwer.
Sie wollen keinen Bericht.
Wer uns folgt, folgt sich,
ungeachtet aller dieser, jener,
die irgendwas tun.
Lassen Sie uns gemeinsam gehen.
Es ist Ihr Wunsch, das Glück
eine Einladung, gebeten zu sein.
Beten Sie - und wir laden Sie ein,
gratis, bezahlt mit nichts.
Das ist Ihr Recht,
für Sie beschlossen.
Das ist das Gesetz, Ihre Ruhestätte.
12/28/2009 - 21:27
Stelle, wirf, beende
habe gehorcht
Welt innen lokal
Nacht positiv dicht
Vollständig abhängig
gleichmäßig frei
(Gesagt, entsagt, endgesagt)
12/22/2009 - 23:01
Der Kaltenbrunner in uns ist das Übel,
nicht Jeckyll oder Hyde.
Der Marschall nicht, der Spieß,
der einsam auf dem Hof grell schreit.
Der mit dem Klemmbrett,
der beflissen Hindernisse nimmt,
das ist der Teufel alle Zeit.
Zum Golde kommt bestimmt
ein jeder, Lametta trägt der Plebs.
Das feine Lächeln still am Abend,
weil alles reibungslos verlief,
klingt wie vom Takt gehetzt,
mit dem das Maultier seine Last fort schleppt.
Der Kaltenbrunner ist′s, der flüstert,
inwendig wispert, bis zuletzt.
12/16/2009 - 20:41
bin ich hier bin ich
nicht dort bin ich
dort bin ich nicht
hier bin ich wer
weiß wo bin ich
wenn ich bin nicht
hier nicht dort
ich bin an einem
unbestimmten ort
12/16/2009 - 01:11
[Debütanten-Abc]
Andere beginnen
bleiben, blicken
Buch dazu
eigene ernste Farben
Gegenwart gibt Gott ins Jahr
- geht
Klein kommt Kunst
Landschaft
neue Sprache
Texte, Titel, und viele
wie viele warten zahm
12/14/2009 - 21:14
Ich denke an dein Winterfell,
mein dunker Eisbärknurrer.
Ich barg mich drin,
es barg mich schnell,
du warst mir gut Verführer.
Ich denke an dein Sommerfell,
mein wilder hazzle bearer.
Ich trank es aus,
es schmeckte grell,
I pulled you ever nearer.
Ich denke an dein Frühlingsfell,
mein an mein Ego Rührer,
Ich zitterte,
es ließ mich hell,
schier klang ich dir, und schierer.
Ich denke an den Herbst mit dir,
mein knochenharter Gott.
Ich brach an dir,
du brachtest mir
die Freiheit vorm Schafott.
Ich denke wieder mehr für mich.
Und manchmal noch hauchzart an dich.
12/14/2009 - 10:18
Wer schrieb, der blieb
ruckdruck das Stück
es schrieb der Trieb
der Laut von Blut
die Lieb schrieb auch
es schrieb der Dieb
die Lust am Schnitt
und manchen Dreck
der Satz im Bauch
[Wer kennt ihn nicht? Man schrieb und schrieb und wieder war‘s nur er, der Brausepeter.]
11/30/2009 - 22:14
11/30/2009 - 12:46
Nebel genug! Hab ein Herz für die Sonne
Laub fällt dein Wind, Wein reift das Land
die Tage fort mit den Früchten des Frühlings
Grau auch genug. Leise lacht doch der Winter
nächste Nacht dir ins Haus, geh du dahin
Deine goldenen Felder, was das auch sei
Regen genug! Weich sind die Böden
Wein wollen wir nicht, sondern Geräte
stille Äpfel sind uns so bitter geworden
Geh, lieber Herbst in dein eigenes Draußen
einmal vielleicht noch Besuch - später
oder auch zwei; Leben immer genug
11/25/2009 - 23:16
Ich schaue aus dem Fenster das das Zimmer wo ich jeden Wochentag die hellen Tagesstunden sitze schreibe rede schwitze kleine Tasten drücke meine Augen an das helle Licht anpasse meine Lungen meine Muskeln daß der Sitz mir nicht den Po verformt die Adern in den Schenkeln klemmt das Horchen auf die Worte aus Geräten nicht den Geist vernebelt manchmal schreie ich inwendig außen sieht man nichts jetzt schaue ich zum Fenster raus es stürmt da draußen alle Menschen ducken sich ich bin wie weg gesperrt mein linker Daumen schmerzt in meinem schlechten Auge ist die Zukunft düster meine Brüste sind wie hundsgemeine Knoten Angst um meinen Körper schnürt mir jetzt die Kehle zu ich schaue weiter auf die Straße noch ein Schriftstück und zwei Briefe und Kopien aus der Akte die mir gestern seitlich über meinen Schreibtisch auf den Boden fiel die ersten Blätter rissen aus ich klebte alles wieder zu ich möchte gerne daß mir jemand hilft mein Bein tut weh da unten sitzt auf einer Decke eine dicke alte Frau in Lumpen auf dem Pflaster es ist kalt sie tut mir leid doch gehe ich nicht hin zu ihr und hole sie nicht hoch hierher mein kaltes Herz bleibt stumm ich kann mich selbst nicht leiden unter meinen Haaren bin ich schroff die Wimpern meiner Augen kratzen mich das Denken fällt mir schwer ich höre wie im Nebenraum ein Stuhl umfällt nein falsch es ist nicht dort es ist hier gleich in meinem Rücken in den Häusern gegenüber sitzen Frauen so wie ich und über mir und unter mir ich warte daß der Tag noch älter wird ich auch die Menschen in den Läden ebenfalls und abends bin ich dann erlöst ich gehe lachen gehe küssen gehe gucken gehe schön sein gehe heim ich schlafe schlecht wenn meine Haut sich nicht an weichen Händen reiben kann ich darf auf keinen Fall vergessen Filtertüten Butter und Waschpulver einzukaufen und im Kaufhaus unten einen Käse Bio ist dort angesagt ich fahre heute mit dem Wagen morgen bin ich wieder tapfer und dann nehme ich den Zug und alles ist bestimmt am andern Morgen hell und besser und die ganze Welt ist selbstverständlich wieder gut.
11/23/2009 - 15:31
Ich wollte, daß die Erde zittert.
Nur meine Lippe hat gebebt.
Die Sonne sollte untergehen.
Mein Auge war nur fest verklebt.
Ich wollte, daß ein Laut noch klänge.
Ein Zucken lag um meinen Mund.
Ein Atem, der zu atmen wäre.
Das fünfte Viertel nach der Stund.
Ich wollte, daß das Feuer brenne.
Asche bedeckte meine Brust.
Mein Herzschlag solle weiter pochen.
Im Morgengrauen Rest von Lust.
Ich wollte, daß kein Ende wäre,
und daß kein Anfang dieses wird.
Ich wäre leicht, trotz aller Schwere,
mein Flüstern laut, und alles still.
Ich wollte noch ein paar Sekunden
und einen Arm rund um ein Glück,
das ich kaum länger hab empfunden.
Ich will noch immer nur zurück.
11/21/2009 - 01:42
Zum Spaß gesandelt
Kasten, Strand
patsch, riesel, auf-
geschüttet, nass
an Stellen nur
professionell
man wär verrückt
11/20/2009 - 00:22
Nur in der Wintersonne leuchtet Herbst.
Der Mondstaub fällt auf Felder,
die kalter Atem blau anmalt.
In ihrer Krume wartet Nacht.
Die Stille macht sie heller.
Es friert.
Unter den Wellenkämmen ist kaum Platz
für eine neue Runde
an den Strand zu rollen, rücklings
zu liegen, das nasse Fell ist
Pracht, ein Auge weidet sich
ganz ruhig.
Ich habe einen Käfer in das Gras
sich ducken sehen, seine Äuglein
stierten, die Beine wild und emsig
um seine überstürzte Flucht bemüht.
Die Zahl der Tropfen wurde ausgeschöpft.
Der Wald der Finger birgt die Faust.
11/19/2009 - 20:41
Der selbstbestimmte Attentäter hat das Landgericht gesprengt. Mindestens Vaters Prozess leidet entschieden. Frühspiel Umnachtung:
Leben getrieben
Sterben treiben
Billigend Lied
Plötzlich tragische Frühe
was von der Schippe der Schleichende schreibt
Herbst. Notarzt gestürzt
qualvolles Raten
sicher sofortigen Sohnes
"alles muss raus"
Er sprengte den Strang
11/10/2009 - 14:13
I owned the sea
I owned the salt
I owned a neck-tie and a chain
I was in Bruxelles
was down town
I married meermaids
far off shore
I put a mantle round my skin
I coughed
I hissed
I trembled
I was the one
that none could reach
I am in fear I´d stumble
no better place
I can depict
than that where I am dwelling
no chance to slip
under the trees
that shaded skin
white, blank, and bare
the youthless spur of hunger
I owned bad crime
I owned good luck
I owned the seven wonders
I stood alone
I stood upright
I faced what I can´t figure
I am the one
I wanna be
I wanna be
the one that counts
get me the soil
the facts that matter
I will reach out for all
and none
get me the dust
a waggon throws
I will keep close
and mumble
11/05/2009 - 10:37
Dreijährige Schadenfreude
fünfstelligem Klimawandel
eingeschränkte Atmosphäre
Original Gewinneinbruch
Angebliche Muttersprache
langjährige Niederlage
unentdeckte Schuldbefreiung
Versehentlich Beleidigung
Plastinierte Hakenkreuze
kreative Kruzifixe
fehlerhafte Jugendliche
Positive Psychiatrie
11/04/2009 - 23:52
Der Spaziergang an sich
in schwerer Krankheit Gedichte
Morgen- und Abendlied
Der Gang an sich
im Weh Gedicht
1 Spät- & Frühstück
10/27/2009 - 20:04
Das nenne ich Verlassen,
wenn du den Rücken
zu mir drehst, die Tür
in ihren Rahmen wirfst,
deine Sohlen auf dem Kies,
der Motor, wie er kotzt,
das Tor, Blech schrappt
an seiner Weichheit
wie die Wut in dir
an mir
genagt.
Das nenne ich Gemeinheit,
wenn du nicht hörst,
die Augen schließt,
nach draußen schaust,
deine Fingerspitzen
auf dem Tisch, das
Trapsen deiner Schuhe
auf dem Stein
in dieser Küche
die dir
lauscht.
Das nenne ich die Leere,
wenn ich weiß,
daß ich zu warten habe,
ganz für mich,
die Knie angezogen,
die Augen feucht,
die Hand am Becher
zitternd in die Nacht.
Das nenne ich vorbei,
wenn nichts geschieht,
nur Schweigen.
Und weil ich nennen kann,
bin ich.
(Und hör ich zu,
bist du.)
10/24/2009 - 01:17
Keiner isst, keiner trinkt
keiner nimmt
kein Türchen knarrt
da du gingest
still wie der Sonne Schall
O Julia am Ziel
und das Schöne ein Echo
gegenüber zieht es herauf
vor Erfüllung bebend, frei
Wie ein Brand mit dem Mund
durch die Fremde
mit der Zunge eine Stelle
eine Stimme
die nimmt uns fort
10/15/2009 - 15:47
Du sollst Deines Nächsten Gedanken nicht denken,
der Gedanke wird schal,
wird er zweifach gedacht.
Du sollst Deines Nächsten Melodie nicht nachsingen,
der Ton wird zu blass,
erklingt er nochmal.
Du sollst Deines Nächsten Gemälde nicht zeichnen.
Die Konturen verwehn,
vermehrfachst du sie.
Du sollst Deiner Welt Dir kein Bildnis entnehmen.
Bildung ist schlimm,
zeigt sie dir was.
10/11/2009 - 00:52
Uns jetzt
per Internet abrufen können wir
Mich sehr viel mehr
nur einen Tag
gleich nach dem Spiel
mit ihm wird es nun schon einmal
ehrlich gesagt
Bist doch noch nicht
mehr als er sich
die Zahl von einem Jahr Bericht
auf diesem Weg
- haben sie dann aber wieder
auf den letzten beiden Seiten
zu Papier gebracht
10/07/2009 - 17:29
Wir sind weißer Nebel
kein einzelner Rauch
- am Ball
- in Bewegung
(kein anderer Verkehr)
- fremd
wie unser schwarzer Rauch
Zu anderer Lebzeiten
schreiben die Toten schwarz
(das alte Werk)
10/05/2009 - 01:04
Mein Sohn, ein Mann, mein Job, mein Namen
dein Lachen, deine Meinung, deiner Mutter Gesicht
sind unser Land, unser Spiel, unsere Kunden
Erwartungen unserer Vorfahren sind wir nicht
Mein Sohn, ein Mann, mein Job, mein Namen
dein Lachen, deine Meinung, deiner Mutter Gesicht
sind unser Land, unser Spiel, unsere Kunden nicht
wir sind nicht Skelett tief im Fleisch unserer Ahnen
10/04/2009 - 15:03
Das schreib dir ein in die Bilanz:
Prolongiere, emissiere,
terminiere und notiere.
Schrecklich ist der letzte Tanz!
Das Stabparkett wird abgerissen.
Schweißband bekleidet jede Frau.
Depotgebühren sind Gewissen.
Am Stellenmarkt siegt Stellenklau.
Das lese nach im Buch der Hast:
Inkarniere, revoltiere,
projektiere und agiere.
Schonkost folgt der Deppenmast.
Die Kinder werden ausgelagert.
Im Wasserbett herrscht Winterschlaf.
Der Aufsichtsrat ist abgemagert.
Der Papst fragt nach, was er noch darf.
Das bringt man in der Schule bei:
Belobige das Obige,
begradige das Madige,
daß es stets wie heute sei.
Im Jordan schwimmen keine Leichen.
Der Altenberg kommt bald zu Tal.
Dank Biokost im Club der Reichen
ist Heiland Gast beim Abendmahl.
Jetzt spielen alle wieder Murmeln,
um sechs ruft Muttern heim,
die Tagesschau beginnt,
wir wollen fröhlich sein.
Im Keller tun die Väter kurbeln.
Im Hinterhof ist Karneval.
09/19/2009 - 01:40
Ich vage es wielleicht zu sagen
wergesse gerne varum nicht
sovas zu sagen wälschlich ist
fermutlich veiss ich nicht
vieso ein fohlwerhalten
einem vohlen wörderlich
dem finzling vrommte
felcher wrech
die wucherstaben
mikscht
fild durchgevirbelt
09/16/2009 - 00:16
Wieder sind keine Updates verfügbar.
Keine neue Nachricht.
Kochen könnte man komischerweise umsonst.
Überkochen ist möglich.
"Unternehmen Sie was, gehen Sie raus."
Wieder sind keine Updates verfügbar.
09/15/2009 - 22:53
Augen, Fenstertraum, dorthin Drähte lang, meinen ganzen Tag
Sonne, Regen kaum, Küsse warten bang, deinen Namen sag
09/07/2009 - 21:51
in meinem schädel
streut ein licht
wenn meine ohren schalten
mein stimmband
leuchtet nicht
durch meine gaumenspalten
in meiner hand
verzicht
weil meine kräfte
trommelfelle halten
einwärts knickt
mein knie sich ein
erklingt der ton
ich bin genossen
sinn wie hohn
und bleibe schön
beim immer alten
*
lies: ich tanze
ich falle
ich schwinge dir den ton
ich klinge mich aus
bleibe schön immer
denk dir: ich höre
ich schweige
ich halte meine ohren zu
ich ziehe meine hand zurück
sieh: ich drehe sie um
09/05/2009 - 22:59
Wir sind die Toten, Traumgesicht,
wir tanzen, wenn der Mond sich,
bleicher Schwager, vor unser Sonnenlachen legt.
Wir stoßen unsere Leiber immer her,
der Schweiß macht uns unsterblich,
Geruch, das Stöhnen und die Gier.
Dann wartest du.
Wir keuchen, atemlose Brut aus Nichts,
aus Luft gestrickte Leere, quer geschweißte Naht.
Wir sterben. Keiner kann das.
Das Übergehen ist uns Trost.
Wir streicheln Spielzeug,
küssen Waffen,
wir leihen Ewigkeit die Brust.
Wir sind abstrakt
kaum fast konkret.
Unendlichkeit ist uns die Lust.
Wir singen Vietnam
als wär es My Lai,
wir sind Gewissen und die Macht.
Der Tanz ist uns dahin gesagt,
Vernichtung zahlt uns aus.
Wir sind das Grelle, Zeitgeschmack,
uns ist Toscana Shangri-la,
Detail das Ganze schon.
In unsern Leibern kocht der Schmerz,
wir wissen ihn, doch schweigen.
Wir brüten aus.
Komm, leg dich nieder,
schicker Gast.
Wir grüßen jeden Morgen.
Wir siegen, bitter Mund,
das Elend kann uns nicht,
das Kalte. Sonne ist uns Stern,
nur immer aufwärts, Fahne,
ich lege meine Glieder
deinem Mast.
Wer fragte?
Mein ist Schönheit
jeden Tag,
wie immerdar,
good-bye.
*
Wir uns aus sind.
(Immer jeden kann Macht.)
09/01/2009 - 08:37
Ihr Lieben und sein Sagen war
da lange Farbenfeste kamen
nun siech
und seinem Schwarz-auf-weiß
das unter beiden Augen ruht
blieb Grau
ihr blieb dies Herz
ihr immer reiner Ritter, wie
ein Flieger, der nicht landet
08/24/2009 - 02:01
Ich testete das Nest.
Solide. Fest. Fast tadellos.
Ich legte mich zurecht.
Vermied, was schlecht, bloß,
mich mied Schlechtes nie.
Das folgt mir auf dem Fuße,
mein schöner Tag wird selten alt.
So kam es, daß ich bald
mich freute, hier im Nest
fristlos und gut zu sein,
für den Moment.
08/23/2009 - 20:12
Alle Uhrzeiten sind abgeschaltet,
alle Namen ausradiert,
an den Grenzen stehen die Schlagbäume offen,
jede Zeile ist nichts als sie selbst,
eine riesige spiegelnde Kugel fällt in sich zusammen:
es gluckst, die Augen gehen wieder auf.
Du bist willkommen, Freundin, Freund. Hallo!
08/19/2009 - 20:09
Beide Füße reglos auf dem grauen Bahnsteig
früh am Morgen keine Sonne nur der Tag
liegt unter Dächern Himmel Wolken
dicht auf Haut die Augen haben
nicht geglänzt der Zug fuhr wortlos fort
im Tunnel hallen Schritte lauter als
die Bitte hier zu bleiben vorne bückt
ein Junge sich zupft eilig an den Schuhen
Schnürsenkel gelöstes Band im dünnen Licht
die Hose T-Shirt Hände dreckig eine stark gebaute
Frau zerrt ihre Kinder schimpfend vorwärts
auf den Tafeln stehen Worte Sätze fraglich
wer sie wieder löscht
08/17/2009 - 17:22
Gutmenschen, Bedenkenträger
besser betreuen
Träumerinnen, Schwärmer
alle versammeln
einladen, abholen
Informatieren
Bildung macht frei
07/26/2009 - 23:57
O großer haupt- und staatscroupier, halt ein,
spiel nicht eifrig mit pro-
zenten, zaudernd le-
ge aus, was dir obliegt, die totalisatoren sagen go,
nicht fürchte aufstand aus der mena-
gerie der zebras, ihre schenkel sind für
jeden löwen da, den eine
heiße wut die starken kiefer in sie schlagen läßt, be-
sessen von der gier nach grün-
dlichster befriedigung, der dung,
der staub, die hitze liegen flirrend auf der
steppe, rufen geier, deren flatternde herbeikunft
läßt vom
ekel ihres mahls kaum eine spur, jetzt endet sommer, ende-
n werden all die lieben all der
sich in sonne suhlenden, der trauernd welt-
enabgewandten, die
um ihre stunde ahnen, ihre geist-
erstunde,
welche endlich naht.
07/22/2009 - 16:02
Kleine Wörterliebe
rief, und wäre man
durchnummeriert
leuchtend zwei Lampen
spannte den Satz,
der Schönheit darstellent,
briefdeutscher Phrasen
unter tausendeins Tropfen zwei
zwei klebten am Nachtglas
dem aber auf "du"
07/17/2009 - 18:29
Das ist ein Setzkasten, mein Kind.
Das Senkblei der Blöden.
Tu fein nur hinein,
er wird es dir danken.
Sieh, welche Schätze dort sind.
Da hat es Gestalten, und Torsi,
mein Kind.
Da sind Überreste, da ist,
was nie war. Da spinnt!
Dort lwebt das Leblose,
da wabert, was fiel.
Das ist ein Setzkasten,
Atlant in der Not.
Das ist dem ein Muster,
der es braucht, Abendbrot.
Häng es hin, zeig es hurtig!
Man lobt, was man sieht.
Ein Kasten, einspurig,
Gewinn, tadellos.
07/16/2009 - 15:20
Mal sagt das Leben einfach Luft
Kopf geht und könnte
Wellen vielleicht wissen
da stand ein Satz
selbst stand das Meer, es gibt
ein Buch davon, dass andere
auch hinter dicke Blätter blicken
ins leichte Licht
Dies Wort nimmt Gott
plötzlich Geruch dabei
ich sehe langsam meinen Nebel
die letzten Lippen saugen
wie die Gedanken tun
Drei Schatten fing das Tier
dann kam die Nacht
07/15/2009 - 14:49
Bälle sind wichtig:
Pille, Plan
Block, Droge, Bahn
wozu
Wer wirft wie weit?
Schutz, Stunde
Welt, Zahn, Wunde
bist, gleich
einsam dazu
Namen sind wichtig!
benennen können
Karte, Knall
Krumen, Ball
Was
1 Welt! 1 Musik! 1 Sprach! 1 Kultur!
Ein Mensch.
Bild, Ball, blau, grau
werden, werden
Namen wichtig.
Heißen -
wozu
Brosamen, Ball.
Der werfe seinen ersten Ball,
der Anpfiff hört.
Der schlucke Medizin,
der aus dem Grabe zahlt.
Der komme weit herum!
Die Augen äßen mit.
Allein –
der Magen schaut nach Innen!
Der knurrt das Wort.
Der ballt den Darm.
Der daut.
Das bröselt
eine Welt
doch immer zu.
07/15/2009 - 14:43
Vier mal frisch anzuschauen
hält morgens Blicke von der Brust
gleich toter Tage Früchte fern
von Augen, Himmeln, allen Fingern
die alte Platte Schlaf gelöscht
die Sonne in den Händen spielt
die dunklen Flecken mindestens
die hinten liegen, davon jeder
Schläger tropft die letzten Enden
die treffen die Person bereits
vor diesem alten Morgentrick
wie eine Wasserwelle ihren Stein
vier mal im Jahr die Nacht