Variationen


08/26/2010 - 21:06

Ich wäre ja der Klang der Nachtigall,
wäre in ihr nur da, was einem Fall
der Nacht in meinen Tag hinein
den Schrecken nähme jenes Stürzens,
das vor dem Niedergang nur ein
vernachlässigbar Restrisiko stets
wäre. Doch dem ist leider niemals so.
Ich würze also lieber jedes Zittern
meiner Häute mit dem Ist,
dem ach so wird es niemals nicht,
womit ich mich bescheide, einen
schönen Abend wünsche,
und verbleibe, immer – ich.


08/26/2010 - 13:59

Die Schattenstimme, die Gedichte hört
liest irgendeinen
Nachteigenen
Ins Menschenpathos aber ruft
das Buch

Deutsche Gedichte gelesen, gleich
dem Jahrhundert
so - lesen Sie selbst - ist es gut


08/04/2010 - 18:00

Ich kann von meiner Arbeit nicht mehr leben.
Mein Geld kauft nicht, wonach mein Leib verlangt.
Ich denke Dinge, die mich dingfest machen.
Mein Schweiß tropft auch des Nachts.
Ich stolpere in engen Schuhen.
Mein Auge sieht die Umwelt nicht mehr scharf.
Ich rühre an mir selbst.
Mein Arm ist weiß und schwach und nicht in Dunkelheit zu sehen.
Ich tanze unter Wasserstrahlen nur für mich.
Mein Mund ist weich.
Ich probe Aufstand, sieht mir niemand zu.
Mein Schoß will alles.
Ich gönne mir ein letztes Eis.
Mein Kontoauszug liest sich wie die Bibel.
Ich zähle still für mich, wer mich noch mag.
Mein Rock ist lustig.
Ich laufe wie ein Kind, wenn Sonne scheint.
Mein Haar braucht Kreatin.
Ich öle leider meines Fahrrads Ketten selten.
Mein Ziel verschwimmt im Abendlicht.
Ich streichele, wenn man mich streichelt.
Mein Unverstand gefällt sehr oft.
Ich tanze nur unter den Händen eines Jünglings.
Mein Tagebuch versandete.
Ich liege stumm, damit der Schlaf mich bändigt.
Mein Lob hat einen Beigeschmack.
Ich habe einmal Worte mir gestohlen.
Mein Trost ist sehr begehrt.
Ich schreie, werde ich gekniffen.
Mein Rücken zeigt auf dich.


07/29/2010 - 16:10

Wer hat mein Mädchen benutzt, warum ist es so tot
Sie wollte nur tanzen; ich konnt‘ sie gut leiden
wer wollte sie unbedingt mit dem Messer aufschneiden
Wo ist nun ihr Herz, die klaffende Brust
zerfällt, will ich sie leicht nach Hause tragen
Sie war immer froh, laut, sie war nie so rot
ich finde das letzte Foto nicht. - Vergessen, verschränkt
mit meiner Berührung, ein wesentlich andrer Duft
verloren und fort, das schöne Gesicht
Meinen Namen vielleicht, gestammelte Fetzen
ich kenn‘ diese Sprache, die quälend gleich
aus dem Radio, dem Fernsehen, dem Nachbarn zuletzt
als Männersonne am Kompost hinter dem Teich
- das ist so weit, ich liege hier leicht
weiß nicht, was ihr auf den Stein mir schreibt


07/27/2010 - 20:04

Ein Kind ist uns heute geboren, rein weiß, wie es lächelt,
schau nur, mein Prinzlein, es schimmert und glänzt.
Man summt in der Küche, wo Thymian´s Basen
die Leiter fort tragen, das klare Gebiß,
das Rückgrat aus herrlichem Glas.

Ein Licht hat die Nacht ausgetrieben, sein ewiges Funkeln,
tiefrot und gekürt hell im Spektrum der kalten Quasare,
der inneren Krümmung des Torus, symmetrisch
entfaltet sein eigen Tableau sich, Pivot,
sein Wirken sprang jäh in die Welt.

Wie es stolz ist, Geheimnis,
das über uns sich jüngst ergoß.
Man munkelt von Staub.
Genaueres
weiß man noch nicht.


07/07/2010 - 18:15

Der einzige Grund für sein unheimlich krachendes, plötzliches Ungestüm
ist ihr neuestes, stahlblaues Schneiderkostüm. Sie liest in dem Blick,
den vom Ausgang zurück und quer durch den Raum er ihr schenkt,
vielfältig gebrochene Zeichen. Desgleichen geschieht ihr
an diesem verdunkelten Tag etwas später noch mal.
Jemand späht es schlau aus, daß sie fremden,
wild zitternden Händen gestattet, die Falten des Stoffes
ihr glatt auszustreichen. Das sucht seinesgleichen.
Also gibt sie dem Drängen aus dreifacher Richtung,
dem strengen Bestürmen am Ende zart seufzend
und vollends zufrieden klug nach.
Das rettet den Abend.
Sie lächelt dazu.


07/02/2010 - 10:36

Da der Opa Frank Miha, der las mir vor:
Fahr fort von hier! ("Das Maß ist irr.")
So he, wes Maß? Das las er nie.


06/09/2010 - 15:56

Alles kam.
Blut
drang ein
ins Zwischenhirn.
Das Schweigen
subkutan -
als alles kam.


05/27/2010 - 12:44

Keiner kam
Blut
tropfte
aus dem Radio
deine Stimme
kein Atem
keiner kam


05/27/2010 - 12:22

Mauern bauen
Munition
Wolken, einen Atem lang
Schlaf


05/25/2010 - 16:53

Birds will never do not fly into the sky
onmouseover
I has no doubt, me fate is come
document.getElementById


I live in anger any day
onclick
A1
ondblclick
color: rgb
A2
A3
No one to lend a helping hand


onmouseout
style.color
My brothers and my sisters are not well
A4
It is as I feared
Earth holds her breath


Attention!
All is going bad
A5
firstChild.nodeValue
I shiver all night long
Please click me or double click me
P1


A dark moon rises badly
document.getElementById


[return ifAllowed((ElementById(),), callback)]


05/23/2010 - 15:18

Klingende Kassen
klingende Gläser
so fremd, so bieder
klingende Stimmen
so ziemlich einfach
aufgenommen
klingende Schellen
klingende Münzen
junger Leute
klingende Namen
noch nie
so abhanden gekommen
so vertraut, so seltsam
so interessant
so ähnlich harmlos einzusetzen
die Parolen der Gestalten
auf der Höhe einer Flöte
für den Hund


05/19/2010 - 20:18

Zu dieser Hochzeit
dass sie alles hätten
Seitdem allein

Nichtsnutziger Freund
die Wörter richtig
Unheimliche Träume

Meine neuen Schuhe
alberner Strauß
muss sie noch essen


05/16/2010 - 12:04

Die Krieger der Worte beißen die Waden,
die Maden im Keller vernichten den Wein,
dessen Sein ist dem Haben als Soll vorgegeben,
und so schweben die Schweden im Sommer
zum Kummer norwegischer Fähren
aus Schären auf Booten aus zu den Lofoten,
zu ihren Toten, die macht keiner mehr heiter,
und weiter bekriegen Gedichte die Welt,
die der Held auf dem Rücken der Bücher verließ,
das war dies!


05/13/2010 - 16:24

Denk Böses dabei

Berlin blickt zurück
Jeder ist Künstler
die Astroturfing-Brigade
das Publikum des Poetismus
gentrifiziert

Die Zeit scheint zerhackt
die Straße der Theorie
zeigt, wohin Gedichte führen
Wörterarbeit
sarrazinscher Austerität

Die kulturellen Künstler
nehmen die Masken
nehmen die Namen
manchmal andere auszudrücken
Männchen, die wollen den Witz
Affen, die beißen im Mai


05/07/2010 - 13:25

Viele tragen so das Haar,
es steht nicht jedem.


Kopftuchpauschale
Tuchpauschale
Buchpauschale
Tauschbuch alle
Bauschtuch nie
Flauschtuch wie
Fluchtausch alle
Fluchbausch Kopf
Fluchpauschale
Kopfpauschale die
Einkammschur
denn so ein Kopftuch macht verschieden
wie wir sind


05/06/2010 - 00:45

Himmel über Pyramiden
dem Sphäroid eindeutig eingeschrieben
die weiche Wolle auf der Haut
im Gras mit Lippen Hitze spüren, ferner Laut
ein Trommeln, das in dir sich hebt
das winzige Insekt, das sich im Flügelschlag belebt
Geröll von oben aus den Bergen
der weiße Samt von Stein, der Mantelstoff von Zwergen
das Blau, das deine Angst aufgreift
die Hand, die deine Hüllen von dir streift
ein Pusten aus der Kinderzeit
hinweg gelacht, gekitzelt, nie bereut
Geruch nach bitterem Benzin
das heiße Blech, Asphalt der Straßen nirgend hin
ein Blitz quer durch die Welt
ein Riegel, der sich an der letzten Schraube dennoch hält
das Zittern, kurz vor Fluchtgeschwindigkeit
ist Rotation, ist Weg mal Zeit
und mehr ist nichts,
und du bist aus.

Der Himmel über Pyramiden
den Sphäroiden eingeschrieben
wie weiche Wolle auf der Haut
im Gras die Lippen Hitze spüren
ein Trommeln, das sich in mir hebt
ein klein Insekt, das sich im Flügelschlag belebt
Geröll von oben aus den Bergen
der weiße Samt von Stein
der graue Mantelstoff von Zwergen
das Blau, das meine Angst ergreift
die Hand, die meine Hüllen von mir streift
ein Pusten aus der Kinderzeit
hinweg gelacht, gekitzelt, nie bereut
der Duft nach bitterem Benzin
das heiße Blech der Straßen nirgendhin
ein Blitz quer durch die Welt
ein Riegel, der sich an die letzte Schraube hält
ein Zittern, kurz vor Fluchtgeschwindigkeit
ist Rotation, ist Weg mal Zeit
und mehr ist nicht, mehr war ich nie


05/04/2010 - 12:59

Einmal noch Vögel
Skelette
jener ersten Geliebten
menschlicher Name

Rasch
fliegt Ruhm auf
unmittelbar am Grund

Schatten der Herden
anderer Bewohner

Anstatt das Herz
einmal anstelle
den Namen

Prüfungen
stellvertretend
für uns


05/03/2010 - 17:58

Keiner deinen Kindervogel
Beine gehen in den Himmel
Lichter später Elterntage
Augen schlafen in der Nacht


05/03/2010 - 11:38

Unser Abend macht reich
unsere Worte sind Tag
Glanz muss das All sein

Oft weiß der Arm das Bild
erst, wenn es fern ist


04/25/2010 - 23:24

Arme fliegen
aneinander
näher Körper
rasch Bewegung
Kopf hoch, jedem
selbst Musike
stand bei Fuß
zu Fuß zu gehen
wilde Arme
auseinander


04/25/2010 - 12:53

Das G ist das G interpretiert

Das 1. G ist das G im Sinn
Das 2. G ist das G des
Das 3. G ist das G eines
Das 4. G ist das G von
Das 5. G ist das G für
Das 6. G ist das G zum
Das 7. G ist das G über
Das 8. G ist das G in dem
Das 9. G ist das G mit
Das 10. G ist das G durch
Das 11. G ist das G an die
Das 12. G ist das G nicht
Das 13. G ist das G

Das G ist das G um
Das G ist das G aus

Das G ist das G den M den L
denen S verboten ist


04/21/2010 - 21:00

Entrollte meine Fahne unter Tuch
Hast hat mich ihr weich eingebettet
Wort diente einem fremdem Fluch
Laut kreischt, was mich errettet
Zu sagen, was hier in mir sei
Nur Akzidenz, ein Einerlei.

Belieh mir Schatz mit Folgerung
Gläubigerin aus gutem Grund
Versicherte das Alte jung
Pünktliche Morgenstund
Hat Zukunft mir herbei geholt
Als berge sie nicht meinen Tod.

Belohnung war mir angetan
Zerwürfnis milde Zeit
Im Traum war Leben Wahn
Getaumelt und bereit
Habe das Ende nicht gesehen
Wollte jedoch es überstehen.

Mag nicht die Einsamkeit von Welt
Kehre zurück. Und finde Geld.


04/17/2010 - 13:43

ta Tam ta ta Tam ta ta Tam ta ta Tam ta
ta Tam ta ta Tam ta ta Tam ta ta Tam
ta Tam ta ta Tam ta ta Tam ta ta Tam ta
ta Tam ta ta Tam ta ta Tam ta ta Tam ta
ta Tam ta ta Tam ta ta Tam ta ta Tam
ta Tam ta ta Tam ta Tam ta ta Tam ta
ta Tam ta ta Tam ta Tam ta ta Tam
ta Tam ta ta Tam ta Tam ta ta Tam ta
ta Tam ta ta Tam ta Tam ta ta Tam ta
ta Tam ta ta Tam ta ta Tam ta ta Tam
ta Tam ta ta Tam ta ta Tam ta ta Tam


04/17/2010 - 13:31

Verstohlen hat heimlich man mit einem Spaten
Vergraben nachts reinlich den kostbaren Schatz
Verängstigt von peinlich gewordenen Nöten
Entledigt sich eifrig der schuldige Täter
Was Nachbars Neugierde verriet Staates Hatz
Es kann nicht in Frieden leben der Reiche
Es wird ihm der Neider stehlen sein Gut
Es mag ihn betrüben Edles zu streichen
Er muß sich bemühen jenem zu gleichen
Der arm ist so paßt er mit unter den Hut
Der beide beschützt vor des anderen Wut


04/17/2010 - 01:47

Vier Morgennebel Heiterkeit
mal Zinsberechnung abzukönnen
Kaffee Quartal, PC Büro
lieb Mittagspause hunderttausend
Frau Abendsonne Zwischenzeit


04/09/2010 - 15:58

Fröhlich sein
Dr. sein
tragic error
dem, ders gegeben
dankbar sein
kann schon sein
ihr sein
wir sein
alle müssen hier sein
not enough data
dem, ders gemacht
Feucht würde sein

read input data


04/09/2010 - 15:52

Der Schurkenhammer!

Schurken müssen eingeschüchtert werden.
Der Schurke wird paralyisert.
Schurken müssen ausgeschaltet werden.
Der Schurke wird petrifiziert.
Schurken müssen zum Zielobjekt werden.

Man verfolge sie bis in das letzte Schlupfloch.
Man schneide ihnen die Rückwege ab.
Man entziehe ihnen den Nährboden.
Man hungere ihren Nachschub aus.

Isolieren, Identifizieren, Annihilieren.
Mit aller gebotenen Klarheit.
Höchstmöglich, Größtmöglich.

Ein präzises, effizientes, chirurgisches Vorgehen.
Mit Augenmaß und Verstand.
Unter Berücksichtigung aller Umstände.
Ohne falsch einschränkende Scheu.

Schurken halten keine Regeln ein.
Der Schurke kennt keine Verwandten.
Schurken schießen aus dem Hinterhalt.
Der Schurke mißbraucht Frau und Kinder.
Schurken bilden Staaten. Netzwerke.
Der Schurke ist gleich nebenan.

Man finde ihn und zerre ihn ans Licht.
Man räuchere seine Höhlen aus.
Man mache ihm den Prozeß.
Über kurz oder lang.

Der Schurke tarnt seine Absicht.
Schurken sind Meister der Täuschung und List.
Der Schurke lebt unerkannt.
Schurken sind Menschen wie du und wie ich.

Man unterscheide. Man differenziere.
Man analysiere ökonomisch-politisch.
Man denke geostrategisch.
Man urteile genau.

Lokale Führer, Anführer, Rädelsführer.
Verführer, Einführer, Hinführer, Zuführer.

Die Führung ist oftmals zu schlaff.
Der Mann am Gewehr braucht ein Wort mit Gewähr.
Direktiven, Richtlinien.
Gute Sicht auf dem Schussfeld.

Man stärke ihm den Rücken.
Man lasse ihn nicht links liegen.
Man sorge sich um ihn.
Man lobe seinen Einsatz.
Man grüße seine Familie.

Schurken verschanzen sich hinter Leibern.
Der Schurke kennt stets nur sein Ziel.
Schurken basteln Sprengfallen, Autobomben.
Der Schurke fährt Bahn und nutzt Jeeps.
Schurken vergiften die Brunnen.
Der Schurke schickt Kinder ins Feuer.

Schurken sind feige.
Schurken meiden den Tag.
Schurken lieben die Lüge.
Schurken leisten Meineid auch vor Gericht.

Man lasse sich nicht täuschen.
Man gebe nicht nach.
Man sei auf der Hut.

Schurken tragen Krawatte.
Dem Schurken steht auch der Talar.
Schurken nutzen die Burka.
Dem Schurken wächst Haar im Gesicht.
Schurken wickeln den Fes.
Dem Schurken ist alles egal.

Marginalisieren, Targetisieren.
Diskriminieren, Eliminieren.

Paßen Sie auf - der Schurke ist hier!


04/08/2010 - 00:22

Jesu
Gott Ostertot
buchalt wer gefunden
Ich
Name
Maria
siehe
Josef
zu bewegen
scheint sich die Sonne
Körper der Kraft
Platz in dem Grab
schön
wo das Leben
vieler Verstorbener
Bildnis gibt für Teil zwei

Maria, Mutter, Geliebte von Jesus
sie umhüllte den Körper des Kreuzes
wie das Fest der Namen gern bezeugt

"Die Heilige und die Hure" und die Gesteinigten dürfen nach Hause gehen


04/07/2010 - 15:00


Ich stelle mir eine Website mit vielen Links und Schaltflächen und animierten Gimmicks und fotografischen Effekten und changierenden Layern und insgesamt einem eher dunklen, düsteren Gesamteindruck (black imprisoned) vor, und darin steht nur ein Satz, etwa:

"Gehen Sie schnellstmöglichst weiter..."

oder ähnlicher Unfug,
und egal was der User (Besucher) auch anklickt
oder (mit der Maus) überfährt
oder mit Apfel / Strg (nicht String, sondern Steuerung) / Ctrl (Control, nicht Cuthul!)
plus Taste veranlaßt:

er sieht stets nur diese Site und er kommt nie davon...


04/05/2010 - 23:03

Fern.
Fern ist gut.
Fern ist besser.
Fern wird niemals zu nah.
Fern sinkt Sonne der Welt unterwärts.
Fern hat alles, was um dich das Fehlende ist.


04/05/2010 - 19:22

Seitenumbruch
revolutionär
man sieht sich nicht


03/27/2010 - 22:02

An-bieder-mann-meier-brand-stiftung
Verrutscht blaublumig bauschend
Der Welt zum Gedicht
Vorsicht
Wir machen gewiß
Von Schußwaffen Gebrauch
Sie sind vorgewarnt
Behalten Sie Ruhe
Wir bitten Sie schleunigst
Nun weiter zu gehen
Nur kurz noch ein Blick
Hier hinter den Zaun
In jeder Tasche lacht glücklich
Das eigene Geld
Lob sei dir Gott
Du schicktest uns Sohn
Sohn starb
Und fuhr auf
Von Innen her sehe ich
Sehr anders wohl aus
Ich blicke auf Stirnen
Ich schließe ganz frech
Daß hinter den Hirnen
Das Gleiche sich böte
Egal
Paternoster
Hat Schrauben
Recht locker
Und nun steht er still


03/27/2010 - 17:15

Mitten in der Nacht
über die Bühne
wie geplant
in die Luft
wie ein Buch
aufgeklappt
und noch einmal
auf der Bildfläche
auf den ersten Blick
wie vom Erdboden
vergessen
und plötzlich Fiktion
wenn man trotzdem wacht
mitten unter ihnen


03/25/2010 - 18:22

Eins war gesetzt, Zwei folgte draus,
Drei faßte beide in sich ein,
Vier schaute nach der Fünf hinaus,
Sechs hatte schon der Teiler zwein,
Sieben war Vorhof für die Acht,
Neun hatte sich davon gemacht.


03/21/2010 - 19:42

eins eitel
zwei zwingend
drei drollig
vier frei
fünf grau
sechs unerreichbar
sieben sicher
acht klug
neun niedergeschlagen
null steht wieder auf


03/18/2010 - 01:00

1: unteilbar
2: glatt
3: hadert
4: rund
5: unentschieden
6: schmächtig
7: schlank
8: dicklich
9: steil
0: satt


03/16/2010 - 11:57

Null:
Eins: Laut
Zwei: Silbe
Drei: Ganzes Wort
Vier: Ein ganzer Satz
Fünf: Gleich mit Nebensatz
Sechs: Sätze aneinander
Sieben: Zu Absätzen geordnet
Acht: Lesbar wegen Absatzabstand
Neun: Und dank Kapitelüberschriften


03/08/2010 - 23:26

Eins ist aus Nichts zur Welt gekommen,
Zwei nied ihr das sofort.
Drei hat die beiden ausgesöhnt,
Vier hat sich ausgeruht.
Fünf säte Zwietracht frech erneut,
Sechs einte sie als Paar.
Sieben hat hämisch zugeschaut,
Acht teilte pari auf,
Neun blickte streng zurück,
der Rest ist wohlbekannt,
Rota, Tarot.


03/06/2010 - 16:29

3 gibt‘s aufn Kopf
wenn morgen töten
aufs Auge einfach
am Hals im März
der Narbe Raum
der Brauch bringt‘s
ein Tag im Wald
- nur 3x warten


02/28/2010 - 00:25

Ich hasse Anna Gramme,
entlasse meinen Grimm auf sie,
die stramme blasse Amme,
die hat dem klammen Manne nie
das Bange aus der Kanne
am Strang aus Schlamm,
wie eine schlanke Schlange
vom Stamme grimmer Grannen,
in das Gelass der Schlimmen
hinein zu lassen stracks verwehrt.
Das war gewiß verkehrt,
weswegen ihr Gebiß verzehrt,
was sie entbehrt, es stört,
da es die Misstress Anne entehrt.
Das ist an alternden Agrarmahnmalen
bald allemal noch des Ansehens wert.


02/21/2010 - 21:05

Ich bin um die Ecke gegangen.
Ich habe das Licht angemacht.
Ich habe die Haustür geschlossen.
Ich kippte das Fenster im Bad.

Ich lauschte dem Wasser, das rauschte.
Ich hörte auf Einen, der schwor.
Ich wartete Stunden vergeblich.
Ich tanzte nach Einem, der pfiff.

Ich lag unter Decken geborgen.
Ich saß gut erzogen zu Tisch.
Ich rief nach den Tieren.
Ich speiste.

Ich stieß mir die Klinge des Messers
beim Öffnen der Dose
tief unter die Haut.

Ich zahlte den Arzt für die Heilung.
Ich wäre der Nacht keine Braut.


02/19/2010 - 17:42

Ich bin Luft
ich habe Ohren
ich soll Tage
ich lasse Gase
ich heiße Liebe
ich sehe Wolken
ich muss Wasser
ich sage Suppe
ich kann Kartoffeln
ich will Rhythmen
ich gehe Spur
ich komme in Frage

Ich finde Quellen
ich weiß Eisen
ich mache Draht
ich bringe Ware
ich gebe Nächte
ich nehme Nacht
ich bleibe Phase
ich werde Asche
ich mag den Wind


02/14/2010 - 14:33

Liebes Fräulein Schokolade
ich hebe mein Hemd
ich singe die Tür
zu Buch und Bier
zu Asche und Wein
zu schade, ich lade Sie ein


02/09/2010 - 19:23

Deine Augen
denke, nenne, sprich
Liebe
o, dein Mund
du hast "blieb" gesagt
bist
deiner Nacht Schweigen
Gehen, statt Sonne
Lachen
Herz, das den Atem las
Ton, dein Wort
wie Wimpern


02/09/2010 - 18:30

Du zählst
Ich zähle nicht
Ich zähle auf
Ich zähl auf dich
Du zählst uns ab
Wir zählen einander
Wir zählen uns an
Wir zählen uns aus

Das zählt
Das zählt uns dazu


02/08/2010 - 01:11

Aufgabe
Ergebnis
Leute
Mal
Möglichkeit
Rolle
Teil
Werfer

Der Spin-Faktor zählt!

Deren Auseinandersetzung


01/30/2010 - 20:30

Der Untergang der Welt kam vormittags, kurz nach halb elf.
Ein Rütteln war zu spüren, dann ein Schrei,
jenseits der Fenster brüllten Seelen,
ein Krachen war, dann war′s vorbei.
Die Menschen hatten ausgespielt.
Der Warentausch versagt,
die Prophezeiung hielt,
was schon ihr Text gesagt.
Da kamen strenge Reiter,
aus Stahl war ihr Visier.
Ein Morden hub da an,
ging eifrig weiter,
kein Luxus half dafür.
Sogar die Toten riß es hart
aus ihren sanften Gräbern.
Und jede Tat wog doppelt schwer.
Oweh! Nun zahlten Schuldner ihre Schuld,
und wer nicht zahlen konnte, schied
wie nur ein Knecht unter dem Herrn,
wenn dieser herrschen wollte.
Das Aufgeschobene zerbrach,
per ultimo wurd wirklich.
Auf leeren Plätzen lag
schier jede Sünde sichtbar bloß,
und Strafe grölte Rache.
Das war so gegen Elf beendet,
denn mittags kam der Kassensturz,
Verschwiegenes ward umgewendet,
das Heimliche publik.
Um Zwölf hielt man Gericht.
Und vielen wurde Gnade nicht.
So mancher dachte, das Atom
wäre ihm Schutz und Mantel,
das Elektron ein guter Grund,
der String auch für den Wandel,
mit dem man sich gefiel. Mitnichten!
Keiner kam davon.
Genauigkeit kennt kein Pardon,
das Vage wurde ruchbar.
Zur Mittagszeit ward aufgeräumt,
in einer leeren Wüste
wurde vom Neuanfang geträumt,
für den das Alte büßte.
Frisch sprang ein bunter Wicht
aus ausgebrannten Schächten,
Messias für ein junges Licht,
ein unverbrauchter Held
in ungewollten Nächten.
Kein Papst, kein Buddha, und kein Gott
sah nachmittags nach den ersparten Rechten.
Der Untergang der Welt betraf die erste Klasse,
in abgemildert weicher Form.
Wie immer hat die Masse mehr gehabt
an Leid und Schmerz und Kummer.
Das Ego teilt die Welt gut ein, wie immer.
Um Eins war endlich alles gleich,
der Zins war fast erträglich.
Selbst Weltenuntergang
ist an sich gar nicht schädlich.


01/27/2010 - 23:41

Ta Tombola, Tara!
Tamisso, Tamalin,
Ta nolens volens Tattera!
Ta tu, ta ti, ta ta, ta noi,
ta canto tanti canterei!
Tarantel tatta immada.
Taflu, Tagans, Ta anthrazit,
ta lobens, esens, esset, erruit.
Ta colta, tacatui,
tarcossa tarascon!
Ta multa tamafli ma flu.
Tacu si isset, esset, ens.
Ta no conoscere, ta sui.
Antrata entre nu.
Taranta, taka onet tatasi.
Tassumit tanto entra nu.
Ta Tombola. Ta Tel!
Ta Nato, Ta na canto, toi!
Intanto sono erit so,
immacalunga lui sai.
Ta tanto, tatta sono vel.
Ottanto, cinque, sette, sei!


01/27/2010 - 00:51

Ei, Eisens enge Esse
gießen Seen Segens
seines Sieges Singen
wegen wenig Wesen
Wessen GI

Ei, Eier
er Erker
irre, kirre
rarere, rare, rar
Iraker, er


01/25/2010 - 13:25

Herbst
dauernd Wind
Flammen heulen
klingeln Schein
und dann
kreativ schwarz
weiß
Gerecht erlischt
der Sturm
entlaubt woanders


01/21/2010 - 21:49

das was gefällt mißfällt
allein sein ist ein allen ein sein
alles gemein ist was mir mein sei
das dach schützt was es trägt
der bürger weiß sich gut geborgen
der user wähnt sich unbenutzt
das neue glaubt sich neu geboren
das alte ringt um existenz
inmitten meiner mängel mischt sich
das möchtegern mitunter ein
die himmel sind aus marmelade
versprechen weichen
welt entbrennt
glaub einem wort
und glaube immer
nur ewigkeit
zählt bis zuletzt


01/14/2010 - 09:59

Im Tretmühlenstein bäckt der Ofen die pizza auf trockenem Stroh für das Winterschlafkissen, bis Wasser dem Teig weicht, der oberen Hitze umluftig genügend, alldieweil da draußen die Schieber im Schnee die gefangenen Berge erstürmen. Zufriedene Scholle summt unter dem Eis, birgt dunkel ein Licht, das erst leise aufschiene, hätte Aufschwung im Tal allen Hängen zum Trotz eine Nase aus rotziger Frechheit gedreht. Prominent steht in erstiger Reihe, die Mütze der Vorsicht als Kranz welker Rosen revoltierend gezückt, der letztjährig gekürte Schönwetterprophet. Seht! Auf den Zinnen der Burg hält der Schildmaler aus! Kein Entrinnen dem Handwerk, keine Fahne zur Flucht. Industrie ist Kartoffel, hartkochend, geschält. Ihr Stahl ist mit Blau in den Himmel gesät, Korn und Kaff, keine Zeit, nur der Stoffel bleibt sitzen, die Schnecke springt auf, schnallt die Zitzen sich fester, parapluies gegen Angst. Bald ist Gut nur noch Hauptwort, Bewegung ein Muß. Konjunktiv dräut Verbrechen, macht mit Abnehmen Schluß. In das Rathaus zieht Frohsinn vom eichernen Faß, vom Baum der Erkenntnis bei Neumond gepflückt. Im Taubenhaus nächtigen mächtige Falken, im Lager der Jungfrau spielt Robinson Tod, wächst alles zum Alten, ist Sünde vor Ort. Zwischen Lippen und Rot bleibt die Mitte sich treu. Alle Macht dem Atom. Gute Nacht! Kassenbon, Quittung hier, grüne Taste, please enter your pin! Bestätigen Sie rasch Ihre Order zu Ostern, wenn die Kreuze erblühn und dem Henker der Kamm schwillt. Helau und Alaaf! Uns allen ist gnädig im voraus verziehn!


01/13/2010 - 23:44

Schreibt einfach Luft
viel Stunden fliegen
all Tage Tod
Wert, Wortschatz, Wort
allem Erinnerung
wie Wasser waschen
Satz & Datei
Spiegel gefangen
am Pinkelstein
schreibt einfach Luft


01/07/2010 - 12:33

Arbeiten Sie sich vor,
wenn Sie nicht einen Stehplatz wollen.
Unser Weg! Lassen Sie uns machen.
Unser Weg ist uneinnehmbar,
Sie könnten mit Ihrem nur wenig erreichen.
Ihre Hände, versuchen Sie es, schleppen Sie sich
oder gehen Sie heim -
wir vermissen Sie auch in Ihrem Zuhause,
wir haben einen Plan für jede Beobachtung -
Ihre Hände sind schwer.

Sie wollen keinen Bericht.
Wer uns folgt, folgt sich,
ungeachtet aller dieser, jener,
die irgendwas tun.
Lassen Sie uns gemeinsam gehen.
Es ist Ihr Wunsch, das Glück
eine Einladung, gebeten zu sein.
Beten Sie - und wir laden Sie ein,
gratis, bezahlt mit nichts.
Das ist Ihr Recht,
für Sie beschlossen.
Das ist das Gesetz, Ihre Ruhestätte.


12/28/2009 - 21:27

Stelle, wirf, beende
habe gehorcht

Welt innen lokal
Nacht positiv dicht

Vollständig abhängig
gleichmäßig frei

(Gesagt, entsagt, endgesagt)


12/22/2009 - 23:01

Der Kaltenbrunner in uns ist das Übel,
nicht Jeckyll oder Hyde.
Der Marschall nicht, der Spieß,
der einsam auf dem Hof grell schreit.
Der mit dem Klemmbrett,
der beflissen Hindernisse nimmt,
das ist der Teufel alle Zeit.
Zum Golde kommt bestimmt
ein jeder, Lametta trägt der Plebs.
Das feine Lächeln still am Abend,
weil alles reibungslos verlief,
klingt wie vom Takt gehetzt,
mit dem das Maultier seine Last fort schleppt.
Der Kaltenbrunner ist′s, der flüstert,
inwendig wispert, bis zuletzt.


12/16/2009 - 20:41

bin ich hier bin ich
nicht dort bin ich
dort bin ich nicht
hier bin ich wer
weiß wo bin ich
wenn ich bin nicht
hier nicht dort
ich bin an einem
unbestimmten ort


12/16/2009 - 01:11

[Debütanten-Abc]

Andere beginnen
bleiben, blicken
Buch dazu
eigene ernste Farben

Gegenwart gibt Gott ins Jahr
- geht

Klein kommt Kunst
Landschaft
neue Sprache
Texte, Titel, und viele
wie viele warten zahm


12/14/2009 - 21:14

Ich denke an dein Winterfell,
mein dunker Eisbärknurrer.
Ich barg mich drin,
es barg mich schnell,
du warst mir gut Verführer.

Ich denke an dein Sommerfell,
mein wilder hazzle bearer.
Ich trank es aus,
es schmeckte grell,
I pulled you ever nearer.

Ich denke an dein Frühlingsfell,
mein an mein Ego Rührer,
Ich zitterte,
es ließ mich hell,
schier klang ich dir, und schierer.

Ich denke an den Herbst mit dir,
mein knochenharter Gott.
Ich brach an dir,
du brachtest mir
die Freiheit vorm Schafott.

Ich denke wieder mehr für mich.
Und manchmal noch hauchzart an dich.


12/14/2009 - 10:18

Wer schrieb, der blieb
ruckdruck das Stück
es schrieb der Trieb
der Laut von Blut
die Lieb schrieb auch
es schrieb der Dieb
die Lust am Schnitt
und manchen Dreck
der Satz im Bauch

[Wer kennt ihn nicht? Man schrieb und schrieb und wieder war‘s nur er, der Brausepeter.]


11/30/2009 - 22:14

Liebe # 10


Das ist ja nur der Arbeitstitel. Mal sehen, was daraus wird! Alles ziemlich banal und roh, was ich aber sehr liebe. Und es kommen unter Garantie nicht darin vor: griechische Götternamen, ägyptische Götternamen, mesopotamische Götternamen, Freud‘sche Termini (auch nicht Reich, igitt), Zitate aus kaum beachteter Literatur des 19.Jahrhunderts, oder den Sechzigern und Siebzigern des 20-ten, geschweige denn den beiden nachfolgenden Jahrzehnten, oder dem Almanach ‘Physik für die Oberstufe‘ oder dem Bändchen ‘Swift Abstract of Biochemicals‘. Selbst die Bibel bleibt verschont, wenn auch nicht einer ihrer Erzähler, aber das ist wieder etwas anderes und ein Puzzle für die richtig Schlauen. Simpel alles zumeist, einfach, wie‘s an einem eisig kalten Herbsttag auf einem Bahnsteig wg. Zugausfalls kommen mag. Auf geht’s also! We gotta serve somebody...


Du hast mich Weinen gemacht.
Das ist nicht schwer.
Das passiert schon einmal.
Du hast meinen Arm taub gemacht.
Du hast mehr Kraft als ich.
Und wer ist schon aus Stahl.

Deine Seele war finster.
Dein Sinn von mir fort.
Manchmal seh‘ ich Gespenster.
Bin hier nicht, mehr dort.

Du hast Leere erzeugt, rund um mich her.
Ich mag keine Leere.
Bitte füll‘ sie mir aus.
Du sagtest, ich schöbe zu viel vor mir her.
Ich tue das wohl.
Doch ich bin hier zu Haus‘.

Deine Stirn war so eisig.
Deine Schulter so weit.
Wär‘s doch nur verzeihlich,
was kein Mensch mir verzeiht.

Du hast sehr gelitten, ich sah es dir an.
Du leidest sehr schnell.
Bist wie immer nur Mann.
Mein Wort sollte helfen, ich paßte es an.
Es paßte dir nicht.
Und ich tat, was ich kann.

Deine Lippen sind spröde.
Deine Wimpern sind matt.
Verliebte sind blöde,
wenn Verzweiflung sie hat.

Du bist nicht geblieben, kein einziges Mal.
Du liebst es zu schweigen.
Kein Horchen, das hilft.
Ich zuckte zusammen, dennoch jedes Mal.
Doch du bliebst ganz eigen,
für dich und entfernt.

Meine Augen sind einsam,
meine Zunge verwaist.
Ich wäre gemeinsam
mit dir weit verreist.

Ich liehe der Liebe jedes Wort, das ich hab,
bemäntelte Fühlen mit Zartheit und Lob.
Wir legten Verlust in das schwärzliche Grab,
das wild dummer Starrsinn beharrlich aushob.

Ich kann deine Schritte im Hof noch gut hören.
Nur kann ich dein Denken mit nichts mehr betören.
Du läßt mich allein.
Du hast damit Recht.
Auch Bestes wird schlecht.
Das muß wohl so ein.

Die Wolken am Himmel spielen Fangen mit uns.
Sie wimmeln herum,
entziehen die Gunst,
die für einen Moment
alles Licht uns her gab.
Spät abends am Tag,
als die Liebe erstarb.

Ich kann dich nicht hassen,
mein Haß ist verraucht.
Ich kann dich nicht lieben,
meine Liebe verbraucht.
Du hast mich verlassen,
du läßt mich in Ruh.
Ich bin nicht die Eine,
und du nicht mein Pol.
Wir sind unbeweglich,
zwei Gletscher am Hang.
Ich hören dein Kalben,
du meinen Gesang.

Da ist es wie Helligkeit,
Trubel und Spaß,
Es bräuchte nur wenig,
und ich weiß, du kannst das!

Du hast gelacht.
Ich kann dein Lachen noch hören.
Verstehen. Und achten,
Ich könnte sogar
auf dein Lachen blind schwören.

Ich träume nur immer, du wärst noch bei mir.
Ich rede mit Schatten, verlier.
Disputiere, ich argumentiere,Ich argumentiere,
revoltiere, ich giere, gier‘
ich giere und giere wie wild und stets einzig nach dir.

Ich bin einsam, bist du nicht mit mir.

Ich schlage die Augen auf und ich schaue hinaus.
Das Grau startet seinen schnödesten Lauf.
Und ich funktioniere!

Ich presse die Masse aus Tuben
für die Bürsten, die Zähne
weiß kratzen.
Ich prüfe auf Knotenwuchs
in meiner Brust.
Ich schaue auf den straffen
Bauch meiner Lust.
Ich bin ein Schatz.
Ein sehr guter Fang.
Ein strahlend nettes Diadem, glänzendes Necklace,
ein Prachtdiadem!


Ich bin einsam, bist du nicht mit mir.

Von mir aus soll die Welt jeden Tag doch zum Teufel vergeh‘n.
Ich bin schon lange da.
Ich Kann sein dummes Grinsen nicht mehr seh‘n.
Das Kümmern um den Reste von Jugend,
dasdie die Zeit noch nicht fraß.

Ich bin einsam, bist du nicht mit mir.

Ich setze jeden Fuß gut vor den anderen hin.
Ich achte auf den Saum,
den Sitz, auf das Kleid,
daß aufrecht ich gehe.
Ich bin so adrett.

Ich bin verloren, bist du fort.

Ich schäkere mit Luzifer, mit seinen zehntausend Pfeifen.
Wir sitzen weich in den Kissen.
Mollig der Ballen seiner einsamen Hand.

Ich bin verloren, bist du fort.

Was ist das für ein dummer Ort!
An dem du jetzt lebst, an dem du
wie ein Schaf
nur bist,
existierst,
unendlich sinnlos
dahin vegetierst?

Ich bin so wütend, allein wegen dir.

Ich werfe meine Bildung hinein in die Schale
deiner Waage,
eine Plage bin ich,
ja ich weiß,
ich trage meine Bahre
in die Jahre deiner kalten,
mitleidslosen Vergangenheit ein.
Ich drehe dir den Stumpen
dumpfer Unersättlichkeit,
das Stigma deiner großen Zeit.
Ich werfe deine Pillen,
dulde deine Stiche deinen Stich,
ich sauge deinen Sud.

Ich bin ein Nichts, bist du nicht mit mir.

Laß dDeine Lippen nur summentun gut!
Setz‘ sie nur zärtlich an!
Ich kann es hören,
ich spüre es kommen,
setz‘ deinen Mund
wie Gottes Atem
der Schöpfung direkt an den Hals!

Du hast den Kreis um mich gezogen,
die Grenze mir markiert.
Mich friert.

Die neue Sonne malt exakt.
Sie arbeitet im Schatten, wie im Licht.
Ich fühle mich wie immer,
nackt -
du nicht!
Wie oft schon hatten wir Streit.
Du machtest mich wimmern,
das hat dich gefreut.

Ich bin nur halb, bist du nicht da.
Doch selbst als Hälfte
bin ich immer noch kaum klein dir genug,
daß du mich haben willst haben.
und Ich ertrage nicht den Selbstbetrug,
der mir einflüstern will,
dir zu genügen wäre jemals sehr klug.

Ich bin so bei mir, wenn du nicht bei mir bist.

Ich kann das Blei der Sonne mögen,
wenn sie früh am Morgen ihre ganze Angst
wie Milch dem Tag auf seine Stunden gießt.
Ich kann sie sterben sehen, golden,
wenn ihr Atem nur das matte Wispern
des Vergangenen noch ist.
Ich lebe, ohne dich und deine Kraft.
Ich!

Du hast mich weinen lassen.
Du hast mich zittern machen.
Mich schwach und klein gemachtscheinen lassen.
Das war am Abend,
aber jetzt erst wird es Nacht.

Ich bin auch ohne dich. Ich bin!
Und nur Sanftes bleibt, immer für dich,
mir weiterhin und weiter im Sinn.
Und viel mehr dir nicht.

Auch jenseits deiner Augen
ist ein Licht.

Ich bin!
Kleiner Ferner,
und ich werde,
Ja! Daher ja, ich werde daher!


11/30/2009 - 12:46

Nebel genug! Hab ein Herz für die Sonne
Laub fällt dein Wind, Wein reift das Land
die Tage fort mit den Früchten des Frühlings

Grau auch genug. Leise lacht doch der Winter
nächste Nacht dir ins Haus, geh du dahin
Deine goldenen Felder, was das auch sei

Regen genug! Weich sind die Böden
Wein wollen wir nicht, sondern Geräte
stille Äpfel sind uns so bitter geworden

Geh, lieber Herbst in dein eigenes Draußen
einmal vielleicht noch Besuch - später
oder auch zwei; Leben immer genug


11/25/2009 - 23:16

Ich schaue aus dem Fenster das das Zimmer wo ich jeden Wochentag die hellen Tagesstunden sitze schreibe rede schwitze kleine Tasten drücke meine Augen an das helle Licht anpasse meine Lungen meine Muskeln daß der Sitz mir nicht den Po verformt die Adern in den Schenkeln klemmt das Horchen auf die Worte aus Geräten nicht den Geist vernebelt manchmal schreie ich inwendig außen sieht man nichts jetzt schaue ich zum Fenster raus es stürmt da draußen alle Menschen ducken sich ich bin wie weg gesperrt mein linker Daumen schmerzt in meinem schlechten Auge ist die Zukunft düster meine Brüste sind wie hundsgemeine Knoten Angst um meinen Körper schnürt mir jetzt die Kehle zu ich schaue weiter auf die Straße noch ein Schriftstück und zwei Briefe und Kopien aus der Akte die mir gestern seitlich über meinen Schreibtisch auf den Boden fiel die ersten Blätter rissen aus ich klebte alles wieder zu ich möchte gerne daß mir jemand hilft mein Bein tut weh da unten sitzt auf einer Decke eine dicke alte Frau in Lumpen auf dem Pflaster es ist kalt sie tut mir leid doch gehe ich nicht hin zu ihr und hole sie nicht hoch hierher mein kaltes Herz bleibt stumm ich kann mich selbst nicht leiden unter meinen Haaren bin ich schroff die Wimpern meiner Augen kratzen mich das Denken fällt mir schwer ich höre wie im Nebenraum ein Stuhl umfällt nein falsch es ist nicht dort es ist hier gleich in meinem Rücken in den Häusern gegenüber sitzen Frauen so wie ich und über mir und unter mir ich warte daß der Tag noch älter wird ich auch die Menschen in den Läden ebenfalls und abends bin ich dann erlöst ich gehe lachen gehe küssen gehe gucken gehe schön sein gehe heim ich schlafe schlecht wenn meine Haut sich nicht an weichen Händen reiben kann ich darf auf keinen Fall vergessen Filtertüten Butter und Waschpulver einzukaufen und im Kaufhaus unten einen Käse Bio ist dort angesagt ich fahre heute mit dem Wagen morgen bin ich wieder tapfer und dann nehme ich den Zug und alles ist bestimmt am andern Morgen hell und besser und die ganze Welt ist selbstverständlich wieder gut.


11/23/2009 - 15:31

Ich wollte, daß die Erde zittert.
Nur meine Lippe hat gebebt.
Die Sonne sollte untergehen.
Mein Auge war nur fest verklebt.

Ich wollte, daß ein Laut noch klänge.
Ein Zucken lag um meinen Mund.
Ein Atem, der zu atmen wäre.
Das fünfte Viertel nach der Stund.

Ich wollte, daß das Feuer brenne.
Asche bedeckte meine Brust.
Mein Herzschlag solle weiter pochen.
Im Morgengrauen Rest von Lust.

Ich wollte, daß kein Ende wäre,
und daß kein Anfang dieses wird.
Ich wäre leicht, trotz aller Schwere,
mein Flüstern laut, und alles still.

Ich wollte noch ein paar Sekunden
und einen Arm rund um ein Glück,
das ich kaum länger hab empfunden.
Ich will noch immer nur zurück.


11/21/2009 - 01:42

Zum Spaß gesandelt
Kasten, Strand
patsch, riesel, auf-
geschüttet, nass
an Stellen nur
professionell
man wär verrückt


11/20/2009 - 00:22

Nur in der Wintersonne leuchtet Herbst.
Der Mondstaub fällt auf Felder,
die kalter Atem blau anmalt.
In ihrer Krume wartet Nacht.
Die Stille macht sie heller.
Es friert.
Unter den Wellenkämmen ist kaum Platz
für eine neue Runde
an den Strand zu rollen, rücklings
zu liegen, das nasse Fell ist
Pracht, ein Auge weidet sich
ganz ruhig.
Ich habe einen Käfer in das Gras
sich ducken sehen, seine Äuglein
stierten, die Beine wild und emsig
um seine überstürzte Flucht bemüht.
Die Zahl der Tropfen wurde ausgeschöpft.
Der Wald der Finger birgt die Faust.


11/19/2009 - 20:41

Der selbstbestimmte Attentäter hat das Landgericht gesprengt. Mindestens Vaters Prozess leidet entschieden. Frühspiel Umnachtung:

Leben getrieben
Sterben treiben
Billigend Lied

Plötzlich tragische Frühe
was von der Schippe der Schleichende schreibt
Herbst. Notarzt gestürzt
qualvolles Raten
sicher sofortigen Sohnes
"alles muss raus"

Er sprengte den Strang


11/10/2009 - 14:13

I owned the sea
I owned the salt
I owned a neck-tie and a chain
I was in Bruxelles
was down town
I married meermaids
far off shore
I put a mantle round my skin
I coughed
I hissed
I trembled
I was the one
that none could reach
I am in fear I´d stumble
no better place
I can depict
than that where I am dwelling
no chance to slip
under the trees
that shaded skin
white, blank, and bare
the youthless spur of hunger
I owned bad crime
I owned good luck
I owned the seven wonders
I stood alone
I stood upright
I faced what I can´t figure
I am the one
I wanna be
I wanna be
the one that counts
get me the soil
the facts that matter
I will reach out for all
and none
get me the dust
a waggon throws
I will keep close
and mumble


11/05/2009 - 10:37

Dreijährige Schadenfreude
fünfstelligem Klimawandel
eingeschränkte Atmosphäre
Original Gewinneinbruch

Angebliche Muttersprache
langjährige Niederlage
unentdeckte Schuldbefreiung
Versehentlich Beleidigung

Plastinierte Hakenkreuze
kreative Kruzifixe
fehlerhafte Jugendliche
Positive Psychiatrie


11/04/2009 - 23:52

Der Spaziergang an sich
in schwerer Krankheit Gedichte
Morgen- und Abendlied


Der Gang an sich
im Weh Gedicht
1 Spät- & Frühstück


10/27/2009 - 20:04

Das nenne ich Verlassen,
wenn du den Rücken
zu mir drehst, die Tür
in ihren Rahmen wirfst,
deine Sohlen auf dem Kies,
der Motor, wie er kotzt,
das Tor, Blech schrappt
an seiner Weichheit
wie die Wut in dir
an mir
genagt.

Das nenne ich Gemeinheit,
wenn du nicht hörst,
die Augen schließt,
nach draußen schaust,
deine Fingerspitzen
auf dem Tisch, das
Trapsen deiner Schuhe
auf dem Stein
in dieser Küche
die dir
lauscht.

Das nenne ich die Leere,
wenn ich weiß,
daß ich zu warten habe,
ganz für mich,
die Knie angezogen,
die Augen feucht,
die Hand am Becher
zitternd in die Nacht.

Das nenne ich vorbei,
wenn nichts geschieht,
nur Schweigen.

Und weil ich nennen kann,
bin ich.

(Und hör ich zu,
  bist du.)


10/24/2009 - 01:17

Keiner isst, keiner trinkt
keiner nimmt
kein Türchen knarrt
da du gingest
still wie der Sonne Schall

O Julia am Ziel
und das Schöne ein Echo
gegenüber zieht es herauf
vor Erfüllung bebend, frei

Wie ein Brand mit dem Mund
durch die Fremde
mit der Zunge eine Stelle
eine Stimme
die nimmt uns fort


10/15/2009 - 15:47

Du sollst Deines Nächsten Gedanken nicht denken,
der Gedanke wird schal,
wird er zweifach gedacht.

Du sollst Deines Nächsten Melodie nicht nachsingen,
der Ton wird zu blass,
erklingt er nochmal.

Du sollst Deines Nächsten Gemälde nicht zeichnen.
Die Konturen verwehn,
vermehrfachst du sie.

Du sollst Deiner Welt Dir kein Bildnis entnehmen.
Bildung ist schlimm,
zeigt sie dir was.


10/11/2009 - 00:52

Uns jetzt
per Internet abrufen können wir

Mich sehr viel mehr
nur einen Tag
gleich nach dem Spiel
mit ihm wird es nun schon einmal
ehrlich gesagt

Bist doch noch nicht
mehr als er sich
die Zahl von einem Jahr Bericht
auf diesem Weg

- haben sie dann aber wieder
auf den letzten beiden Seiten
zu Papier gebracht


10/07/2009 - 17:29

Wir sind weißer Nebel
kein einzelner Rauch
- am Ball
- in Bewegung
(kein anderer Verkehr)
- fremd
wie unser schwarzer Rauch

Zu anderer Lebzeiten
schreiben die Toten schwarz
(das alte Werk)


10/05/2009 - 01:04

Mein Sohn, ein Mann, mein Job, mein Namen
dein Lachen, deine Meinung, deiner Mutter Gesicht
sind unser Land, unser Spiel, unsere Kunden
Erwartungen unserer Vorfahren sind wir nicht



Mein Sohn, ein Mann, mein Job, mein Namen
dein Lachen, deine Meinung, deiner Mutter Gesicht
sind unser Land, unser Spiel, unsere Kunden nicht
wir sind nicht Skelett tief im Fleisch unserer Ahnen


10/04/2009 - 15:03

Das schreib dir ein in die Bilanz:
Prolongiere, emissiere,
terminiere und notiere.
Schrecklich ist der letzte Tanz!

Das Stabparkett wird abgerissen.
Schweißband bekleidet jede Frau.
Depotgebühren sind Gewissen.
Am Stellenmarkt siegt Stellenklau.

Das lese nach im Buch der Hast:
Inkarniere, revoltiere,
projektiere und agiere.
Schonkost folgt der Deppenmast.

Die Kinder werden ausgelagert.
Im Wasserbett herrscht Winterschlaf.
Der Aufsichtsrat ist abgemagert.
Der Papst fragt nach, was er noch darf.

Das bringt man in der Schule bei:
Belobige das Obige,
begradige das Madige,
daß es stets wie heute sei.

Im Jordan schwimmen keine Leichen.
Der Altenberg kommt bald zu Tal.
Dank Biokost im Club der Reichen
ist Heiland Gast beim Abendmahl.

Jetzt spielen alle wieder Murmeln,
um sechs ruft Muttern heim,
die Tagesschau beginnt,
wir wollen fröhlich sein.

Im Keller tun die Väter kurbeln.
Im Hinterhof ist Karneval.


09/19/2009 - 01:40

Ich vage es wielleicht zu sagen
wergesse gerne varum nicht
sovas zu sagen wälschlich ist
fermutlich veiss ich nicht
vieso ein fohlwerhalten
einem vohlen wörderlich
dem finzling vrommte
felcher wrech
die wucherstaben
mikscht
fild durchgevirbelt


09/16/2009 - 00:16

Wieder sind keine Updates verfügbar.
Keine neue Nachricht.
Kochen könnte man komischerweise umsonst.
Überkochen ist möglich.
"Unternehmen Sie was, gehen Sie raus."
Wieder sind keine Updates verfügbar.


09/15/2009 - 22:53

Augen, Fenstertraum, dorthin Drähte lang, meinen ganzen Tag
Sonne, Regen kaum, Küsse warten bang, deinen Namen sag


09/07/2009 - 21:51

in meinem schädel
streut ein licht
wenn meine ohren schalten
mein stimmband
leuchtet nicht
durch meine gaumenspalten
in meiner hand
verzicht
weil meine kräfte
trommelfelle halten
einwärts knickt
mein knie sich ein
erklingt der ton
ich bin genossen
sinn wie hohn
und bleibe schön
beim immer alten

*

lies: ich tanze
ich falle
ich schwinge dir den ton
ich klinge mich aus
bleibe schön immer


denk dir: ich höre
ich schweige
ich halte meine ohren zu
ich ziehe meine hand zurück
sieh: ich drehe sie um


09/05/2009 - 22:59

Wir sind die Toten, Traumgesicht,
wir tanzen, wenn der Mond sich,
bleicher Schwager, vor unser Sonnenlachen legt.
Wir stoßen unsere Leiber immer her,
der Schweiß macht uns unsterblich,
Geruch, das Stöhnen und die Gier.
Dann wartest du.
Wir keuchen, atemlose Brut aus Nichts,
aus Luft gestrickte Leere, quer geschweißte Naht.
Wir sterben. Keiner kann das.
Das Übergehen ist uns Trost.
Wir streicheln Spielzeug,
küssen Waffen,
wir leihen Ewigkeit die Brust.
Wir sind abstrakt
kaum fast konkret.
Unendlichkeit ist uns die Lust.
Wir singen Vietnam
als wär es My Lai,
wir sind Gewissen und die Macht.
Der Tanz ist uns dahin gesagt,
Vernichtung zahlt uns aus.
Wir sind das Grelle, Zeitgeschmack,
uns ist Toscana Shangri-la,
Detail das Ganze schon.
In unsern Leibern kocht der Schmerz,
wir wissen ihn, doch schweigen.
Wir brüten aus.
Komm, leg dich nieder,
schicker Gast.
Wir grüßen jeden Morgen.
Wir siegen, bitter Mund,
das Elend kann uns nicht,
das Kalte. Sonne ist uns Stern,
nur immer aufwärts, Fahne,
ich lege meine Glieder
deinem Mast.
Wer fragte?
Mein ist Schönheit
jeden Tag,
wie immerdar,
good-bye.

*

Wir uns aus sind.
(Immer jeden kann Macht.)


09/01/2009 - 08:37

Ihr Lieben und sein Sagen war
da lange Farbenfeste kamen
nun siech
und seinem Schwarz-auf-weiß
das unter beiden Augen ruht
blieb Grau
ihr blieb dies Herz
ihr immer reiner Ritter, wie
ein Flieger, der nicht landet


08/24/2009 - 02:01

Ich testete das Nest.
Solide. Fest. Fast tadellos.
Ich legte mich zurecht.
Vermied, was schlecht, bloß,
mich mied Schlechtes nie.
Das folgt mir auf dem Fuße,
mein schöner Tag wird selten alt.
So kam es, daß ich bald
mich freute, hier im Nest
fristlos und gut zu sein,
für den Moment.


08/23/2009 - 20:12

Alle Uhrzeiten sind abgeschaltet,
alle Namen ausradiert,
an den Grenzen stehen die Schlagbäume offen,
jede Zeile ist nichts als sie selbst,
eine riesige spiegelnde Kugel fällt in sich zusammen:
es gluckst, die Augen gehen wieder auf.
Du bist willkommen, Freundin, Freund. Hallo!


08/19/2009 - 20:09

Beide Füße reglos auf dem grauen Bahnsteig
früh am Morgen keine Sonne nur der Tag
liegt unter Dächern Himmel Wolken
dicht auf Haut die Augen haben
nicht geglänzt der Zug fuhr wortlos fort
im Tunnel hallen Schritte lauter als
die Bitte hier zu bleiben vorne bückt
ein Junge sich zupft eilig an den Schuhen
Schnürsenkel gelöstes Band im dünnen Licht
die Hose T-Shirt Hände dreckig eine stark gebaute
Frau zerrt ihre Kinder schimpfend vorwärts
auf den Tafeln stehen Worte Sätze fraglich
wer sie wieder löscht


08/17/2009 - 17:22

Gutmenschen, Bedenkenträger
besser betreuen
Träumerinnen, Schwärmer
alle versammeln
einladen, abholen
Informatieren
Bildung macht frei


07/26/2009 - 23:57

O großer haupt- und staatscroupier, halt ein,
spiel nicht eifrig mit pro-
zenten, zaudernd le-
ge aus, was dir obliegt, die totalisatoren sagen go,
nicht fürchte aufstand aus der mena-
gerie der zebras, ihre schenkel sind für
jeden löwen da, den eine
heiße wut die starken kiefer in sie schlagen läßt, be-
sessen von der gier nach grün-
dlichster befriedigung, der dung,
der staub, die hitze liegen flirrend auf der
steppe, rufen geier, deren flatternde herbeikunft
läßt vom
ekel ihres mahls kaum eine spur, jetzt endet sommer, ende-
n werden all die lieben all der
sich in sonne suhlenden, der trauernd welt-
enabgewandten, die
um ihre stunde ahnen, ihre geist-
erstunde,
welche endlich naht.


07/22/2009 - 16:02

Kleine Wörterliebe
rief, und wäre man
durchnummeriert
leuchtend zwei Lampen
spannte den Satz,
der
Schönheit darstellent,
briefdeutscher Phrasen
unter tausendeins Tropfen zwei
zwei klebten am Nachtglas

dem aber auf "du"


07/17/2009 - 18:29

Das ist ein Setzkasten, mein Kind.
Das Senkblei der Blöden.
Tu fein nur hinein,
er wird es dir danken.
Sieh, welche Schätze dort sind.
Da hat es Gestalten, und Torsi,
mein Kind.
Da sind Überreste, da ist,
was nie war. Da spinnt!
Dort lwebt das Leblose,
da wabert, was fiel.
Das ist ein Setzkasten,
Atlant in der Not.
Das ist dem ein Muster,
der es braucht, Abendbrot.
Häng es hin, zeig es hurtig!
Man lobt, was man sieht.
Ein Kasten, einspurig,
Gewinn, tadellos.


07/16/2009 - 15:20

Mal sagt das Leben einfach Luft
Kopf geht und könnte
Wellen vielleicht wissen
da stand ein Satz

selbst stand das Meer, es gibt
ein Buch davon, dass andere
auch hinter dicke Blätter blicken
ins leichte Licht

Dies Wort nimmt Gott
plötzlich Geruch dabei
ich sehe langsam meinen Nebel
die letzten Lippen saugen

wie die Gedanken tun
Drei Schatten fing das Tier
dann kam die Nacht


07/15/2009 - 14:49

Bälle sind wichtig:

Pille, Plan
Block, Droge, Bahn
wozu

Wer wirft wie weit?

Schutz, Stunde
Welt, Zahn, Wunde
bist, gleich
einsam dazu

Namen sind wichtig!
benennen können

Karte, Knall
Krumen, Ball
Was

1 Welt! 1 Musik! 1 Sprach! 1 Kultur!
Ein Mensch.
Bild, Ball, blau, grau
werden, werden
Namen wichtig.
Heißen -
wozu

Brosamen, Ball.


Der werfe seinen ersten Ball,
der Anpfiff hört.

Der schlucke Medizin,
der aus dem Grabe zahlt.

Der komme weit herum!

Die Augen äßen mit.
Allein –
der Magen schaut nach Innen!

Der knurrt das Wort.
Der ballt den Darm.
Der daut.

Das bröselt
eine Welt
doch immer zu.


07/15/2009 - 14:43

Vier mal frisch anzuschauen
hält morgens Blicke von der Brust
gleich toter Tage Früchte fern
von Augen, Himmeln, allen Fingern
die alte Platte Schlaf gelöscht
die Sonne in den Händen spielt
die dunklen Flecken mindestens
die hinten liegen, davon jeder
Schläger tropft die letzten Enden
die treffen die Person bereits
vor diesem alten Morgentrick
wie eine Wasserwelle ihren Stein
vier mal im Jahr die Nacht


+

» Archiv