03/15/2013 - 10:13
"Hui," sagen Phobos und Deimos.
"Ach," sagt Pluto.
03/13/2013 - 13:51
"Du leuchtest, weil du mich siehst", sagt der Mond.
"Ich bin. Ich bin. Ich bin." Sagt die Sonne.
02/03/2013 - 16:14
Die Gottform des Lebens ist die neue Natur
die Seele des Menschen tritt geschaffen hervor
von Geist und TV, von der Einheit der Menschheit
von der Kunst des Sinns, der Außenbedeutung
Menschen als Zeichen ihrer wahren und schönen
ihrer guten Erfüllung der Mitmenschlichkeiten
mit Streben, mit Fleiß, mit Einfallsreichtum
sie machen sich selbst, die Menschen, sie füllen
sich findig und schnell in Schablonen hinein
das werden wohl Akten, nicht Küsse sein
10/23/2012 - 14:14
Das Hirn verhext
Staat Gruselhaus
Kunst künstlich bloß
privat ein Graus
Haut, Haar allein
der Atem schwer
ich Idiot
will nimmermehr
nur Sätze sein
persönlich tot
Schmerz soll vergehn
mein letzter Text
Natur so groß
die Sonne schön
10/02/2012 - 19:28
Der auf der Lippe reist, der Klanglust reizt,
der Feuerfäden um sein Opfer schlingt,
der Reißwolfzähne zähmt, als Tongeschwulst
stolz Blutzoll imitiert.
Der in die Laken taucht, der Federn bauscht,
der Pausenlichter in der Stille brennt,
der Traumweltwinkel spannt, als Lattenbrust
straff Schärfe präsentiert.
Weiß, wen er wie vergißt.
Sie rennen Läden nach ihm ein
- geh nicht!
09/06/2012 - 14:29
Wasserlilie und Öl
sei im Duschgel enthalten
steht auf der Flasche
und Herbstzeitlosen
bleiben allein
09/01/2012 - 17:45
Von Tag und Nacht, vom Redereigen
sprechen Städte, Leute schweigen
und verschwinden aus dem toten Traum
Am Fenster gehen Schnee und Regen
im Himmel leben Licht und Liebe
ein Lied von schöner Sprache singt das Meer
07/08/2012 - 16:01
Wenn der Wind weht und kein Wind geht
in der Nacht, tags wolkenloser Himmel
in schweren schwarzen Wetterwänden, Blitz
wie innen im Herzen, hinter dem Auge
- es ist ein Geheimnis, heiliges Zittern -
blühen sie auf, herbstgoldener Weizen
und Rosen, bebender Erde Zinnober
in diesem Schauen, staunenden Ahnen
dass immer und unter den kleinen Steinen
unterm Haar und in dem Krügelein Blut
ihnen ein Herr ist, eiserne Sichel: Lieder
und Tänze, Freudengeläute - solch Glück
tausendmal größer als du, als bloß Brot
05/31/2012 - 23:22
In Berlin Frisuren gucken
und das Wetter im TV
und ein Handy-Test
ein Test der Schuhe
im Hotel Spreeséparée
05/20/2012 - 11:03
Da schubbert
sich der Bär am Baum,
und grubbert
sich ein Loch ins Holz,
vergröbert
ausgedrückt.
05/12/2012 - 23:53
Der Balkon hoch, man sieht
die Sonne, Dächer, Drähte
die Tauben flattern auf
ich hab dort auch gewohnt
Und später dann ein Schrei
der vom Geländer fliegt
die Autos stehen kurz
der rote Rauch. Ich fort
01/24/2012 - 22:40
Im Netz reißt ein Zerren an Strippen die Knoten davon.
Nicht befestigt zu sein, keine Rippen, die schützen,
kein Verbot, nicht Moral. Brutal einsam und dann
schwanken zitternd die Fäden. Das kündigt
die tödlichen Kiefer der Netzherrin an.
11/14/2011 - 20:43
Nicht ungestraft
an deinem Nächsten
denn an den Söhnen sollst du
dein Herrgott sein
Enkidu sprach: Lass mich
Achill: Lieber Knecht
Denn Namen sagen
Zeichen, am Leben zu lassen
Schach also dem Schaf
11/02/2011 - 21:22
![]()
10/29/2011 - 16:04
Das Angstlied vom Chef singt der Mann
ein Mord in der Nacht sei sein Ding
wild, wie die letzte Party der Weltstadt
die die Rückkehr der Manager feiert
wie sich ein Euro erinnert, das Piercing
der Reise, die Regengeschichte davon
- frag doch die Frösche, frage den Frosch
09/27/2011 - 17:51
Einen Eimer zum Schluß,
und der Pieper zur Nacht,
brettharte Gedanken
im feurigen Nichts,
Kaltkompressen
aus Beifuß und Senf,
und das Kassengestell,
Lärm ist Quietschen von Sohlen
auf gebohnertem Gang,
Lust das Zwicken der Zähne,
keiner zählt ihre Zahl,
nur das Warten ist einsam,
die Hoffnung geteilt,
es riecht noch nach Menschen,
wie das Essen fast schmeckt,
die Finger sich fühlen,
die Blicke dabei,
eine Binde genügt,
weißer Stoff für den Rest,
die sanfte Berührung
ersetzt fast das Nest.
08/11/2011 - 08:16
Kindheit zurück
Menschen nie dichter
wissen andere Zeit
Antwort zu Fall
08/10/2011 - 23:30
Der Geruch der Baracken störte meistens doch sehr.
Die Damen in Tweet kamen abends zum Tee.
Das Gewusel der Glieder, das Stumme, und mehr
noch der Vorwurf, die Stille der Augen
hat den Lieutenant vergrätzt,
da zuckte sein Bart, das war keine Art,
den Tag anzugehen, so daß Shenandoah River
mächtig anschwoll, und Flut kam zur Nacht.
Im Licht früh beim Hahnschrei
hat eine gebrüllt, der hing noch der Nabel
wie Stolz aus dem Kleid.
Den Weg kam herunter
der blöde Pedell, seine Socken voll Löcher,
die Zunge war schnell
quer durch Spalten gesprungen,
auf der Trage hat mancher nach draußen geschielt.
Wie der Rauch aus Kaminen
sich so weichlich anfühlt.
Der Blick in das Tal quälte Junge wie Alt,
auf den Knien gebettelt, in den Schlaf
nach Gott stumm gegrölt,
jeder Besen ein Halt,
und die Schüssel ein Trost.
Wie hat sie das Lager an Kindheit erinnert,
der Appell sie verroht.
Aufgesprungene Lippen,
die Kleider zerschlissen. Stricke hielten,
statt Hoffnung
um die Hälse gelegt.
Der Gestank aus den Betten,
der war einzig schlimm.
Ihre Zukunft ein Schlupfloch,
jeder Tag ohne Sinn.
07/28/2011 - 18:22
Der Rinderwahn erfaßte Spendernieren
am Morgen, als der Berg ausbrach,
Vulkangeschmeiß in bunten Schlieren
sich zu Tale wälzend, heiße Brut. Tut gut,
im Sud Erlösung doch zu spüren,
endlich gebracht dem Gott als Speis,
der Schrei der Wollust wie bei Tieren,
Blitz und Donner und ein Trost,
ein sanftes Abendessen. Bloß
lag der Schenkel nackt, voll Glut
war Wut da auf den nächsten Tag
verschoben, Welt gerettet, Geld
gemeldet und gezahlt. Das hält
für eine Weile, schnell bedeckt
und keck einander froh geneckt.
Wie schön wir wieder Segel fieren
vor dem Sturm, an Deck, beim Toast.
Bei Kälte ist es klug, sich gut bedeckt
zu ducken, statt nur dumm zu frieren.
Der Schlaue überlebt das Ende, groß
ist da sein Ruhm, klein seine Zahl.
Elite bleibt, das ein ums andre Mal!
07/08/2011 - 19:52
Gute, liebe Kirsche.
Rose, sieben Träume.
Morgen, Nebel naht.
06/09/2011 - 18:14
Weiß von selbst daß es
viel besser wäre
meine Ehre
wäre sie denn
angegriffen
statt zu wehren
stumm zu ehren
weil die Mauer
hat mehr Macht
als das Gestrüpp
Weiß auch daß das
kalte Lachen
sich rar machen
und den Nacken
straff zu halten
nur verwalten
niemals weichen
Eichen gleichen
Eindruck macht
Weiß so viel und doch
niemals genug
Guck was all die
Weißen Reden heißen
nur das Stumme
meidet dumme
Schwätzerei
das Wort ist viel
doch reicht es nie
06/04/2011 - 17:24
Alles ist gleich. Am gleichen Platz
an das Licht angepasst
Gefährliche Grade sagt er an aus der Fremde
der gläserne Satellit, der das Reisen verlernte
Da man auch tastet auf dem engen Weg
lebendiger Bogen: wie lautet die Gegenfrage
Jahr für Jahr verzagter ins Glück geschrieben
Frage anders, fern und tief innen
wo der Gefährte erlosch, ihre Liebe verscherzte
Heute bergen sie sein Gebein, aber es atmet
Ein Achselzucken, die hübschen Dinge
Das Fenster schlägt zu, weckt ein müdes Herz
Sich zu bewegen, heißt anzufangen
05/25/2011 - 17:44
Gegen zwei Uhr vierundzwanzig
war da ein Held am Telefon,
mit dünner, kühler Stimme
hat er bestellt. Due Pizze,
einen Döner, vier Cola und
Salat, drei Chicken extra,
aber pronto, per favore, alles klar?
Was für Pizze, fragte ich,
er schwieg, der Chip schnitt
ihm die Stimme kantig ab,
die Hitze von der Nacht war
unerträglich, meine Lippen
trocken und der Raum
war schwarz und voll mit Luft, die stand.
Was ich ihm raten würde,
hat er mit einem Kichern
mich gefragt, ich habe ihm gesagt,
ich könne ihm versichern,
daß jede Pizza gleich gut sei.
Ein Schrei in meinem Ohr:
Gelogen! Gut, gleich schlecht, na und?
Ich klänge müde, meinte er,
er käme mir betrunken vor,
das wär' okay, kam es zurück,
hier wäre nicht der Take-away,
versuchte ich's, es half nicht viel,
er tränke Kampf mit sich allein,
klar, ich leise. Hey, jetzt echt. Nur zu!
Wann ich denn liefern würde,
wollte er dann wissen,
ich wiederholte, daß ich nicht
der Pizza Service sei. Au Mann,
kam aus dem Hörer, Husten
und noch, krass, wie krank
das wäre? Krank nicht, bestand ich, aber wahr.
Der Scheiß passiere ihm andauernd,
hat er gejammert, mache nix,
beruhigte ich, das tat es nicht.
Mit einem Laut, der sinnlos war,
hat er dann unerwartet aufgelegt,
ich mich noch einmal umgedreht,
und keine Lust gehabt auf einen späten Held.
05/23/2011 - 20:09
Neu deutsch Prozent, ein Euro rund
groß deutscher Mensch, Millionen, die
vergehen, stehen, sagen sollen
das Jahr, die Uhr, die geben, heißen
die schließlich also liegen bleiben
als stummes Herz nach Aktenlage
05/07/2011 - 16:56
Wehendes Mäntelchen
schwankendes Rohr
schießen, schlagen
schreiben, sagen
schärfere Sachen
spucken, hart ins Gesicht
Arme vierteln
jemanden hängen
wissen zuvor
Binsen pafft der Anarchist
04/21/2011 - 17:50
Weil der Teufel nicht will, daß der Blöde nicht glaubt,
daß der Blöde dem Teufel die Schuhe nicht schnürt,
will der Gute nicht wissen, was der liebe Gott will,
weil der liebe Gott Gutes nicht hassen darf, nie.
Weil die Spannung abfällt, wenn der Widerstand steigt,
während fließender Strom sich im Leiter anstaut,
wird die Feldstärke größer in dem Medium fern
von der Quelle der Strahlung beinah im Quadrat.
Weil der schlagende Mann seiner Frau etwas tut,
das die Frau seiner Wut nach dem Schlagen verzeiht,
wird die duldsame Frau seinem Mann Sein ein Teil,
während Strafe dem Mann ihrem Frau Sein entspricht.
Weil nichts ist, wie es scheint, ist das Dasein vereint,
wenn es gleichsam verschieden scheint, einsam und leer.
04/17/2011 - 16:42
Abends nach der Arbeit sieht man
Marktmenschen, Familienkünstler
alt aus, aber, denken die Entwerfer
sieht es keiner, wenn man blogge
Studentenliebe, Webgezwitscher
also bloggen viele Leute
Nachtbeamte, Weltenmädchen
heimlich, lieber nur mit Wörtern
alten Fotos noch vom Tage
wenn offiziell Geschäfte gehen
die vor allem Diebe laden
nach den Daten solcher Dienste
neben den privaten Wünschen
ein paar Schlüssel für Sekunden
Freunde fangen im Gefängnis
klickbestätigter Gefühle
lustige Musik vielleicht, denn
leider lesen diese Wesen
eben lebende Geschichte nie
04/11/2011 - 18:40
Als niemand mehr noch Rat sich wußte,
betrat ein Literat die Bühne.
Kühne Worte und Gedanken
sanken ihm zu Seiten in den Staub.
Die Kraft des schieren Formulierens
zerstrahlte Panzerstahl und
brach in Kasematten ein.
Allein, man schien es kaum zu spüren,
ließ sich nur seicht am Rand verführen,
nahm kurz Notiz und dann Abstand.
Der Meister blieb mit leerer Hand.
Hat sich das Buch vom Tisch genommen
und ward seither nur selten noch
im Deutschlandfunk nach Zwölf vernommen.
Als niemand Rat sich wußte, kam
ein Rat aus ungewohntem Eck.
Man fand die schönsten Perlen
unter der Woche dort im Dreck.
Und hat dennoch verbissen
nichts gelernt. Vermissen
tut das keiner. Nur nebenbei
bedauern, sanft und harmlos und
gescheit. So steht das wilde Denken
immer schon Geruhsamkeit zu Diensten
und Spaß und guter Laune gern bereit.
04/09/2011 - 19:35
down town
where meremaids sell
happy people being well
for all those lucky years
far more than weary tears
not drowned in fears
fast hidden right beside some sunny side
down town ashore off land
a stunning party for each pretty buddy
roaming here and being neatly nice at hand
04/07/2011 - 20:45
Auch der Zwerg
geht an's Werk
03/30/2011 - 19:55
Setze sanft auf die Erde die Sohlen der Füße beim hastigen Schritt!
Renne flink! Sei ein Blitz in der Nacht und ein Schatten bei Tag!
Ungeschehen dein Gang. Ein Schemen dein Dasein, ein flüchtiger Geist.
Wenn das Kratzen der Finger die Dreckschicht ablöst,
sollst du hart sein, genau. Keine Fehler, ablandiger Wind.
Schaue nie in die Ferne, bedecke dein Augenlicht sorgfältig dicht!
Warte nicht! Laß die Blicke fort huschen wie der Eidechse Flucht!
Flatterhaft. Die Treppen hinunter, die Stiegen hinauf, engster Raum.
Wenn das Flüstern und Fragen die eherne Ruhe aufstört,
sollst du still sein, und folgsam. Ein Dach, kein Kamin.
Stehe fest zu den Deinen! Die deiner nicht wert sich erweisen, vergiß!
Teile gut! Der Gerechte verliert, lobt ein fliehender Dieb seine Hand.
In den Atem der Ohnmacht mischt Gott seine einsam umkreisende Kraft.
Wenn das Wachs schmilzt, dann beten die Weisen geschwind.
An der Quelle der Wahrheit tränkt niemand das durstige Kind.
03/28/2011 - 15:59
Schweren Herzens: Sehnsucht nach
deutschen Wörtern, Nachzucht von
Griechenmusen: Almanach
Blick auf, wieder, sehn uns an.
Das Wort weint. Essig.
Funktion
allem Begriff
Bedeutung
steht dafür warum
Enzyklopädischer Hoplit,
dein Speer ist Wunde, Mittsommerstag.
Hugin und Munin picken dich frei.
Baldur starb bald.
Asgard verpaßt.
Ist Endstation.
03/25/2011 - 21:33
Zwei bedrückte blutjunge Frauen
drei gewaltige alte Bekannte
vier ergeben gekündigte Eltern
also besonders innig Verhüllte
fünf weitere entweihte Leute
sechs knapp unfruchtbare Paare
sieben würdig berührte Bürger
so viele dieser Millionen unter
acht erneut Entbundenen auch
03/24/2011 - 18:08
Geht, liebe Namen!
Gesicht, junge Leute!
Habt richtig geschrieben,
hört Menschen meinen,
seid einfach Schlampe:
Hübsch lästern, & cool
sagt Bitch, seit echt
eure voll Fresse,
deine Hahaha
ist Mädchen der Schule,
süßester Junge,
und hat dein Haha,
Halt gibt das. Egal.
03/08/2011 - 22:42
Brav Knirps, du günstige Psyche
Kinderpsychen, meine Kreaturen
sind meine Zier, das teure Haben
ganz mein Aroma, holder Stern
du attraktivste, hübscheste Lampe
Beschwichtigung, Zauber & Gier
03/06/2011 - 18:22
Der gefallene Stern strahlt im Glanz
seiner Tränen. Sein Staub
weißt die Leinwand, sein lautloses
Echo den luftleeren Raum.
Das Licht birgt sein Dunkel,
das Beben des Bodens,
den Schlamm tiefster Krater.
Auf der Fensterbank tickt geruhsam die Uhr.
Zwei Igel besingen den Abend,
ein rot-blau gestreifter Pirat
ißt die Weißwurst zur Nacht.
Die Dämmerung deutscher Plagiate
erreicht gegen Elf Azimut.
Und das war's.
03/04/2011 - 18:01
Die Vorstellung
früher oder später
das packen wir schon
den Abstand
die Pause
Dauer
gerne gemütlich
die Gedanken kommen
oft große Lücken
heiße ich ja anders
ist es eigentlich egal
wie viel Zeit
die Duldung entfällt
mit einem kleinen Kind
02/23/2011 - 21:16
"Ich bin die Auferstehung und das Leben."
Entscheide dich für das Leben,
Leben und Leben lassen,
und geh nicht vom Weg ab,
gehe zur Schule, dass du Arbeit bekommst.
Schule muss Schule bleiben,
man bekommt, was man erwartet,
das Senken der Bedürfnisse,
das wandernde Volk -
du kannst mein Zimmer haben.
Man muss nicht verstehen, es ist einfach so:
ohne die Kuh gäbe es keine Kultur;
der Teufel ist die Anmaßung des Geistes,
das muss raus.
- "Wie siehst du denn aus?"
02/19/2011 - 13:36
Mann verboten, darf bestimmen
Sekundanten binnen Boden
Bewerber sollen Runden dauern
daraufhin erlöst Gott Odin
Freunde kommen später dran
02/15/2011 - 14:32
Wir tanzen miteinander.
Druck deiner Finger auf dem Fleisch.
Der Bogen meines Leibes, und dein Pfeil.
Es spannt sich Kraft auf zwischen beiden Enden.
Die Sehne vibriert leis,
sie streichelt mich, dem Ziel hinzu.
Wir schöpfen Atem aus dem Ungewissen.
Wir spüren uns.
Rundum sind wir gewirbelt.
Im Kreis, den uns Tangenten sind.
Das Straffe der zum Zerreißen ausgezogenen Geraden.
Ein Punkt, um den der Kosmos explodiert.
Wir wollen wieder heim.
Und weit hinaus.
Das Firmament beleuchtet uns.
Der kalte Takt der Zahnradbahnen.
Summende Induktion so dumpf im Fluß.
Gib mir für immer Ruh.
Spreiz meine Waden.
Stoß mich hinab zum Magmastrom.
Ich schmelze zäh.
Ich leide in der Asche.
Bezeichne stumme Marken rund um mich.
Der Unentwegte ist gekommen.
Das Licht der allen Sonnen birgt uns hell.
Wir tanzen miteinander.
Weil ich es will.
Es will, es will.
Reib mir das Leinen in den Leib.
Tränen in meine Seele,
heiße Gier.
Wir tanzen miteinander.
Jetzt, immer nur
und hier.
02/07/2011 - 18:11
Es gibt zwischen zum Beispiel dem Bauch
und der lieben Liebe elektrisches Atmen
dem wichtigen Wort schnell ausgeschwitzt
das als Wasser, was Luft war, zurückfließt
ein Glucksen vielleicht, aber kein Kribbeln
01/06/2011 - 13:55
Bei einem Ball auftreten.
Gegen einen Ball treten.
Einen Ball betreten.
Auf einen Ball treten.
Geballt auftreten.
Ballungsräume schaffen.
Zusammen ballen.
Ballbeherrschung.
Ballistik.
Ball & Chain.
Der Ball sei rund.
Der Ball sei im Spiel.
Der Ball zappele im Netz.
Der Ball sei nach vorne geschlagen.
Der Ball sei jetzt im Besitz der eigenen Mannschaft.
Auf den Ballen ruhen.
Ballen verstauen.
Balladen verstehen.
Ballerspiele verdammen.
Ballrunde Strukturen.
Ballermann.
Ball.
12/31/2010 - 12:30
Bälle sind wichtig
Pille, Plan
Block, Droge, Bahn
wozu
Wer wirft wie weit
Schutz, Stunde
Welt, Zahn, Wunde
bist, gleich
einsam dazu
Namen sind wichtig
Karte, Knall
Krumen, Ball
Was
1 Welt! 1 Musik! 1 Sprach! 1 Kultur
Ein Mensch
Bild, Ball, blau, grau
werden, werden
Namen Gewicht
Heißen -
wozu
Brosamen, Ball.
12/08/2010 - 18:47
Dazwischen
das ist doch
darüber hinaus
Dahinter
ist drinnen
Daneben
zentral
Der Rand ist die Mitte
Der Dampf treibt uns aus!
11/26/2010 - 10:12
Während in Deutschland
dieser Beitrag erschien
er gewann
und seine Suchmaschine
verteidigt die Theologin
unter dem Begriff
der Poesie
verdammt nochmal
einen sozialen Soldaten
11/22/2010 - 19:16
Ich werde nicht stets on-line sein.
Ich werde nicht nach meinem Namen googlen.
Ich werde nicht News-Tickern und Kommentaren folgen.
Ich werde nicht meine elektronische Post in Echtzeit beantworten.
Ich werde nicht die History meines Browser nach jeder Sitzung löschen.
Ich werde nicht die Webcam meines Laptops mit Klebestreifen abdecken.
Ich werde nicht noch dem i plus ersten Link jeder besuchten Website folgen.
Ich werde nicht meine Aufmerksamkeit von einem RSS-Feeder okkupieren lassen.
Ich werde nicht das jährlich größere Release meines Virenschutzprogramms erwerben.
Ich werde nicht jeden ersten Dienstag im Monat nach neuen Trojanern suchen lassen.
Ich werde nicht jedes neuste Video über jeden der Kriege in dieser Welt verfolgen.
Ich werde nicht meine Textdateien in das sparsamere XML-Format transferieren.
Ich werde nicht jedes Update jedes mir unbekannten Utilities installieren.
Ich werde nicht meine Festplatte einmal jede Woche defragmentieren.
Ich werde nicht meine JPEG-Bilder automatisch optimieren lassen.
Ich werde nicht jeden zweiten Tag ein Backup anlegen.
Ich werde nicht mein Passwort stark machen.
Ich werde nicht Netzbürgerin sein.
Ich werde meinen Schlüssel präzise auf meinen Sekretär werfen, wenn ich nach Hause komme, ohne Angst zu haben, er könnte mein aufgeklapptes Laptop zerstören.
Ich werde mir ein dickes Kissen beim Lesen unter die Seite klemmen und mit der einen Hand meine Haare zu Locken aufdrehen, ohne sie für eine wartende Tastatur zu benötigen.
Ich werde eine Tasse dampfenden Tees in meinen Fingern halten und in sie hinein pusten, ohne darauf zu achten, daß sich ihr Inhalt nicht in das Innenleben einer Elektronik ergießt.
Ich werde aus dem Fenster schauen und den Wolken beim Vorbeisegeln zuschauen, ohne dabei das bösartige Summen von Festplatten und Lüftern in den Ohren zu haben
Ich werde mein Geld von der Bank mittels eines handschriftlich ausgefüllten Beleges abholen, ohne der Frau, die es mir gibt, dabei zu helfen, sich selbst überflüssig zu machen.
Ich werde meinen Nachbar besuchen, um zu sehen, wie sein Haus aussieht, ohne mich meiner Neugierde zu schämen und heimlich danach im Web Ausschau zu halten.
Ich werde in jede Webcam auf jedem Platz und in jedem Geschäft und an jeder S-Bahn Haltestelle hinein lächeln, ohne mir vorher meine Haare aus dem Gesicht zu streichen.
Ich werde alle meine Fahrten in mir unbekannte Ecken der Umgebung in der Küche am Eßtisch anhand einer an den Kanten zu gern aufreißenden Landkarte planen.
Ich werde mein tragbares Telefon nur anschalten, wenn ich einen wichtigen Anruf erwarte oder jemandem anrufen oder vor ihm mächtig damit angeben will.
Ich werde nie wieder Schach gegen ein Computerprogramm spielen.
Ich werde Schuhe tragen, die schon vor zehn Jahren modern waren.
Ich werde Gerichte kochen, die auch schon meinen Großeltern geschmeckt haben.
Ich werde Menschen aus meinem Bekanntenkreis streichen, die mit mir an einem Tisch sitzen und dabei laut telefonieren.
Ich werde abends keine Bar aufsuchen, weil jemand sie mir empfohlen hat, der über sie auf einer Website las, die von Menschen betrieben wird, die ich niemals zu mir einladen würde.
Ich werde nicht wissen, was auf der anderen Seite der Welt vor wenigen Minuten passiert sein soll, indem ich den Meldungen im Internet glauben schenke, die sich auf Meldungen berufen, denen sie Glauben schenken, weil diese von Menschen berichten, denen sie Glauben schenken.
Ich werde annehmen, daß die Welt im Großen und Ganzen so funktioniert, wie ich sie mir vorstelle und wie es mir hilft, große von mega großen Lügen zu unterscheiden.
Ich werde über mich lächeln und andere dazu ermuntern, gleiches mit sich anzustellen und die Augen offen halten.
Ich werde über Land fahren und nach den Anrainern ausschauen.
Ich werde reglos auf meinem Bett liegen.
Ich werde unter die Decke gucken.
Ich werde mich wohl fühlen.
11/18/2010 - 22:14
Tamtam wie Mai
Schurke, bist deine Augen
hast meinen Tag
Licht, das Nacht macht
Sonne, dein Mal
nie "the Namen"
Schurken gehen fort
(selbst unser Wort)
11/01/2010 - 19:35
Im Novemberwald
mich in den Staub gemacht.
Aus Tradition
mir aus der Faust gelacht.
Mir Blätterrauschen
unter meinen harten Sohlen
nachgestellt.
Vorempfunden,
wie die Welt
die Kälte
mir in meine Glieder
nieder kommen läßt ließ.
So schaffe ich,
gemütlich bis fast wohlgemut,
den Rest
bis weit
über die jahreszeit-
lich streng bedingte
Stallgeburt hinaus -
ja, evendöll noch mehr.
und mehr, viel unendlich mehr
10/14/2010 - 20:57
Wenn ich fern sehe
Bernstein kalt streichle
bleich werde dem
dem ich Preis bin
Gewinn seiner Kraft
schafft er sich
mich schafft er nicht
denn wenn ich gehe
ich wehre Verlust
muß er bleiben
vermeiden zu schwinden
es künden die Worte
vom Ort ohne Sinn.
10/13/2010 - 21:28
Reporter, Menschen, Ärzte
fordern Grenzen, Siege, Lohnausgleich
Erfolg
im Spiel gegen den Willen
des Blutes nach Jahr und Trara
Eng, enger, damit
im Vergleich ein Halbjahr ein Jahr war
Gewinn
vor den Steuern des Staates
der Heimat mit Heu und Hurra
Aber ständig Stalingrad
wegen ein paar steiler Zentimeter
Moment
der Ruhe auf dem Friedhof
jeder kennt es äugig einfach nach
10/08/2010 - 14:11
Alles Ding ist Beginnen, dann ist etwas bei uns
- was? Sonne und Mond, windige Wörter
Welches Erleben verbucht die Erfahrung
die Laune zu fragen, das Gefühl, sie zu rufen
oder die Möglichkeit, Ausdrucksgeschäfte
eine Darmspülung wird bald im Angebot sein
So wirksam, der Wirkung wegen beschrieben
schlägt unser Beispiel, fliegt wie kein Vogel
alles verbindet sich hier, Fehler und Feder
Stammkunden rhythmischer Qualitäten auch
Um hier zu helfen, zu verstehen, zu sehen
steht ein Umriss zur Verfügung im Land
Diese Akten sind richtig, erfolgreich heilig
tragen sie Bilder im Meinen davon
wenn sie verblichen sind, rissig gemacht
wenn sie gesund sind und musikalisch
lebhaft, des teuren Attentats wegen
in unserer Sprache des Immergewussten
Alle fünf Sinne im Gefecht der Personen
getrennt durch ein Komma, die Maske daran
10/05/2010 - 20:00
Ich kaufe mir Worte
und zahle in bar.
In der Mitte des Satzes
belügt mich das Verb.
Einsam,
am Ende,
kein Nomen in Sicht.
Meine Schulden sind riesig.
Ich zähle von vorn.
09/21/2010 - 23:56
Fühl
ich
Geh
fühl
wüh
le
ge
fühl
ig
mich
auf
09/20/2010 - 20:47
Geh, fühle
fühle Menschen
fühle Liebe
fühle deine Eifersucht dazu
Andere versprechen vielleicht
wissen den Bund
halten Verträge
selbst Ratten
Punkt
Ich muss nie tun
ich möchte mal
Gerade Hass gibt Leben
09/09/2010 - 20:16
Winterbrut
die rote rohe Haut am Eis
weiß glänzt es überall
der Fuß setzt nur unsicher auf
er wartet auf den Neuanfang
der Gang verlangsamt sich
wenn jedes Auge ruht
nach rückwärts her gewandt
fest eingeschlagen in das Tuch
ein Mantel wilder Seelen
das Leder engt was frierend
auseinander drängt
Scham und Geruch
ein Finger fährt die Stirn entlang
trübes warmes Abendlicht
dann endlich Schlaf
erstickter Schrei
der Tod ist einerlei
und wir
wie immer
sind dabei
09/03/2010 - 20:18
Menschenpflege
denke später
Heimzeitalter
jeder könnte
Angstbewohner
wenig brauchen
Mutteraugen
lächeln alte
eigene Erfahrungen
08/26/2010 - 21:06
Ich wäre ja der Klang der Nachtigall,
wäre in ihr nur da, was einem Fall
der Nacht in meinen Tag hinein
den Schrecken nähme jenes Stürzens,
das vor dem Niedergang nur ein
vernachlässigbar Restrisiko stets
wäre. Doch dem ist leider niemals so.
Ich würze also lieber jedes Zittern
meiner Häute mit dem Ist,
dem ach so wird es niemals nicht,
womit ich mich bescheide, einen
schönen Abend wünsche,
und verbleibe, immer – ich.
08/26/2010 - 13:59
Die Schattenstimme, die Gedichte hört
liest irgendeinen
Nachteigenen
Ins Menschenpathos aber ruft
das Buch
Deutsche Gedichte gelesen, gleich
dem Jahrhundert
so - lesen Sie selbst - ist es gut
08/04/2010 - 18:00
Ich kann von meiner Arbeit nicht mehr leben.
Mein Geld kauft nicht, wonach mein Leib verlangt.
Ich denke Dinge, die mich dingfest machen.
Mein Schweiß tropft auch des Nachts.
Ich stolpere in engen Schuhen.
Mein Auge sieht die Umwelt nicht mehr scharf.
Ich rühre an mir selbst.
Mein Arm ist weiß und schwach und nicht in Dunkelheit zu sehen.
Ich tanze unter Wasserstrahlen nur für mich.
Mein Mund ist weich.
Ich probe Aufstand, sieht mir niemand zu.
Mein Schoß will alles.
Ich gönne mir ein letztes Eis.
Mein Kontoauszug liest sich wie die Bibel.
Ich zähle still für mich, wer mich noch mag.
Mein Rock ist lustig.
Ich laufe wie ein Kind, wenn Sonne scheint.
Mein Haar braucht Kreatin.
Ich öle leider meines Fahrrads Ketten selten.
Mein Ziel verschwimmt im Abendlicht.
Ich streichele, wenn man mich streichelt.
Mein Unverstand gefällt sehr oft.
Ich tanze nur unter den Händen eines Jünglings.
Mein Tagebuch versandete.
Ich liege stumm, damit der Schlaf mich bändigt.
Mein Lob hat einen Beigeschmack.
Ich habe einmal Worte mir gestohlen.
Mein Trost ist sehr begehrt.
Ich schreie, werde ich gekniffen.
Mein Rücken zeigt auf dich.
07/29/2010 - 16:10
Wer hat mein Mädchen benutzt, warum ist es so tot
Sie wollte nur tanzen; ich konnt‘ sie gut leiden
wer wollte sie unbedingt mit dem Messer aufschneiden
Wo ist nun ihr Herz, die klaffende Brust
zerfällt, will ich sie leicht nach Hause tragen
Sie war immer froh, laut, sie war nie so rot
ich finde das letzte Foto nicht. - Vergessen, verschränkt
mit meiner Berührung, ein wesentlich andrer Duft
verloren und fort, das schöne Gesicht
Meinen Namen vielleicht, gestammelte Fetzen
ich kenn‘ diese Sprache, die quälend gleich
aus dem Radio, dem Fernsehen, dem Nachbarn zuletzt
als Männersonne am Kompost hinter dem Teich
- das ist so weit, ich liege hier leicht
weiß nicht, was ihr auf den Stein mir schreibt
07/27/2010 - 20:04
Ein Kind ist uns heute geboren, rein weiß, wie es lächelt,
schau nur, mein Prinzlein, es schimmert und glänzt.
Man summt in der Küche, wo Thymian´s Basen
die Leiter fort tragen, das klare Gebiß,
das Rückgrat aus herrlichem Glas.
Ein Licht hat die Nacht ausgetrieben, sein ewiges Funkeln,
tiefrot und gekürt hell im Spektrum der kalten Quasare,
der inneren Krümmung des Torus, symmetrisch
entfaltet sein eigen Tableau sich, Pivot,
sein Wirken sprang jäh in die Welt.
Wie es stolz ist, Geheimnis,
das über uns sich jüngst ergoß.
Man munkelt von Staub.
Genaueres
weiß man noch nicht.
07/07/2010 - 18:15
Der einzige Grund für sein unheimlich krachendes, plötzliches Ungestüm
ist ihr neuestes, stahlblaues Schneiderkostüm. Sie liest in dem Blick,
den vom Ausgang zurück und quer durch den Raum er ihr schenkt,
vielfältig gebrochene Zeichen. Desgleichen geschieht ihr
an diesem verdunkelten Tag etwas später noch mal.
Jemand späht es schlau aus, daß sie fremden,
wild zitternden Händen gestattet, die Falten des Stoffes
ihr glatt auszustreichen. Das sucht seinesgleichen.
Also gibt sie dem Drängen aus dreifacher Richtung,
dem strengen Bestürmen am Ende zart seufzend
und vollends zufrieden klug nach.
Das rettet den Abend.
Sie lächelt dazu.
07/02/2010 - 10:36
Da der Opa Frank Miha, der las mir vor:
Fahr fort von hier! ("Das Maß ist irr.")
So he, wes Maß? Das las er nie.
06/09/2010 - 15:56
Alles kam.
Blut
drang ein
ins Zwischenhirn.
Das Schweigen
subkutan -
als alles kam.
05/27/2010 - 12:44
Keiner kam
Blut
tropfte
aus dem Radio
deine Stimme
kein Atem
keiner kam
05/27/2010 - 12:22
Mauern bauen
Munition
Wolken, einen Atem lang
Schlaf
05/25/2010 - 16:53
Birds will never do not fly into the sky
onmouseover
I has no doubt, me fate is come
document.getElementById
I live in anger any day
onclick
A1
ondblclick
color: rgb
A2
A3
No one to lend a helping hand
onmouseout
style.color
My brothers and my sisters are not well
A4
It is as I feared
Earth holds her breath
Attention!
All is going bad
A5
firstChild.nodeValue
I shiver all night long
Please click me or double click me
P1
A dark moon rises badly
document.getElementById
[return ifAllowed((ElementById(),), callback)]
05/23/2010 - 15:18
Klingende Kassen
klingende Gläser
so fremd, so bieder
klingende Stimmen
so ziemlich einfach
aufgenommen
klingende Schellen
klingende Münzen
junger Leute
klingende Namen
noch nie
so abhanden gekommen
so vertraut, so seltsam
so interessant
so ähnlich harmlos einzusetzen
die Parolen der Gestalten
auf der Höhe einer Flöte
für den Hund
05/19/2010 - 20:18
Zu dieser Hochzeit
dass sie alles hätten
Seitdem allein
Nichtsnutziger Freund
die Wörter richtig
Unheimliche Träume
Meine neuen Schuhe
alberner Strauß
muss sie noch essen
05/16/2010 - 12:04
Die Krieger der Worte beißen die Waden,
die Maden im Keller vernichten den Wein,
dessen Sein ist dem Haben als Soll vorgegeben,
und so schweben die Schweden im Sommer
zum Kummer norwegischer Fähren
aus Schären auf Booten aus zu den Lofoten,
zu ihren Toten, die macht keiner mehr heiter,
und weiter bekriegen Gedichte die Welt,
die der Held auf dem Rücken der Bücher verließ,
das war dies!
05/13/2010 - 16:24
Denk Böses dabei
Berlin blickt zurück
Jeder ist Künstler
die Astroturfing-Brigade
das Publikum des Poetismus
gentrifiziert
Die Zeit scheint zerhackt
die Straße der Theorie
zeigt, wohin Gedichte führen
Wörterarbeit
sarrazinscher Austerität
Die kulturellen Künstler
nehmen die Masken
nehmen die Namen
manchmal andere auszudrücken
Männchen, die wollen den Witz
Affen, die beißen im Mai
05/07/2010 - 13:25
Viele tragen so das Haar,
es steht nicht jedem.
Kopftuchpauschale
Tuchpauschale
Buchpauschale
Tauschbuch alle
Bauschtuch nie
Flauschtuch wie
Fluchtausch alle
Fluchbausch Kopf
Fluchpauschale
Kopfpauschale die
Einkammschur
denn so ein Kopftuch macht verschieden
wie wir sind
05/06/2010 - 00:45
Himmel über Pyramiden
dem Sphäroid eindeutig eingeschrieben
die weiche Wolle auf der Haut
im Gras mit Lippen Hitze spüren, ferner Laut
ein Trommeln, das in dir sich hebt
das winzige Insekt, das sich im Flügelschlag belebt
Geröll von oben aus den Bergen
der weiße Samt von Stein, der Mantelstoff von Zwergen
das Blau, das deine Angst aufgreift
die Hand, die deine Hüllen von dir streift
ein Pusten aus der Kinderzeit
hinweg gelacht, gekitzelt, nie bereut
Geruch nach bitterem Benzin
das heiße Blech, Asphalt der Straßen nirgend hin
ein Blitz quer durch die Welt
ein Riegel, der sich an der letzten Schraube dennoch hält
das Zittern, kurz vor Fluchtgeschwindigkeit
ist Rotation, ist Weg mal Zeit
und mehr ist nichts,
und du bist aus.
Der Himmel über Pyramiden
den Sphäroiden eingeschrieben
wie weiche Wolle auf der Haut
im Gras die Lippen Hitze spüren
ein Trommeln, das sich in mir hebt
ein klein Insekt, das sich im Flügelschlag belebt
Geröll von oben aus den Bergen
der weiße Samt von Stein
der graue Mantelstoff von Zwergen
das Blau, das meine Angst ergreift
die Hand, die meine Hüllen von mir streift
ein Pusten aus der Kinderzeit
hinweg gelacht, gekitzelt, nie bereut
der Duft nach bitterem Benzin
das heiße Blech der Straßen nirgendhin
ein Blitz quer durch die Welt
ein Riegel, der sich an die letzte Schraube hält
ein Zittern, kurz vor Fluchtgeschwindigkeit
ist Rotation, ist Weg mal Zeit
und mehr ist nicht, mehr war ich nie
05/04/2010 - 12:59
Einmal noch Vögel
Skelette
jener ersten Geliebten
menschlicher Name
Rasch
fliegt Ruhm auf
unmittelbar am Grund
Schatten der Herden
anderer Bewohner
Anstatt das Herz
einmal anstelle
den Namen
Prüfungen
stellvertretend
für uns
05/03/2010 - 17:58
Keiner deinen Kindervogel
Beine gehen in den Himmel
Lichter später Elterntage
Augen schlafen in der Nacht
05/03/2010 - 11:38
Unser Abend macht reich
unsere Worte sind Tag
Glanz muss das All sein
Oft weiß der Arm das Bild
erst, wenn es fern ist
04/25/2010 - 23:24
Arme fliegen
aneinander
näher Körper
rasch Bewegung
Kopf hoch, jedem
selbst Musike
stand bei Fuß
zu Fuß zu gehen
wilde Arme
auseinander
04/25/2010 - 12:53
Frühe, liest man
warf, geworfen
Dichtersprüche
Zweifelsstürme
muss das sein
Lyrik, Rhythmus
Sätze, ohne
tiefe Sprüche
ausgewürfelt
abgeworfen
keine ohne
mit ist bei
ist insgesamt
Lyrik, Zwielicht
Spruch vom Dichter
heute eine
Spruch der Tiefe
ohne Reim
04/21/2010 - 21:00
Entrollte meine Fahne unter Tuch
Hast hat mich ihr weich eingebettet
Wort diente einem fremdem Fluch
Laut kreischt, was mich errettet
Zu sagen, was hier in mir sei
Nur Akzidenz, ein Einerlei.
Belieh mir Schatz mit Folgerung
Gläubigerin aus gutem Grund
Versicherte das Alte jung
Pünktliche Morgenstund
Hat Zukunft mir herbei geholt
Als berge sie nicht meinen Tod.
Belohnung war mir angetan
Zerwürfnis milde Zeit
Im Traum war Leben Wahn
Getaumelt und bereit
Habe das Ende nicht gesehen
Wollte jedoch es überstehen.
Mag nicht die Einsamkeit von Welt
Kehre zurück. Und finde Geld.
04/17/2010 - 13:43
ta Tam ta ta Tam ta ta Tam ta ta Tam ta
ta Tam ta ta Tam ta ta Tam ta ta Tam
ta Tam ta ta Tam ta ta Tam ta ta Tam ta
ta Tam ta ta Tam ta ta Tam ta ta Tam ta
ta Tam ta ta Tam ta ta Tam ta ta Tam
ta Tam ta ta Tam ta Tam ta ta Tam ta
ta Tam ta ta Tam ta Tam ta ta Tam
ta Tam ta ta Tam ta Tam ta ta Tam ta
ta Tam ta ta Tam ta Tam ta ta Tam ta
ta Tam ta ta Tam ta ta Tam ta ta Tam
ta Tam ta ta Tam ta ta Tam ta ta Tam
04/17/2010 - 13:31
Verstohlen hat heimlich man mit einem Spaten
Vergraben nachts reinlich den kostbaren Schatz
Verängstigt von peinlich gewordenen Nöten
Entledigt sich eifrig der schuldige Täter
Was Nachbars Neugierde verriet Staates Hatz
Es kann nicht in Frieden leben der Reiche
Es wird ihm der Neider stehlen sein Gut
Es mag ihn betrüben Edles zu streichen
Er muß sich bemühen jenem zu gleichen
Der arm ist so paßt er mit unter den Hut
Der beide beschützt vor des anderen Wut
04/17/2010 - 01:47
Vier Morgennebel Heiterkeit
mal Zinsberechnung abzukönnen
Kaffee Quartal, PC Büro
lieb Mittagspause hunderttausend
Frau Abendsonne Zwischenzeit
04/09/2010 - 15:58
Fröhlich sein
Dr. sein
tragic error
dem, ders gegeben
dankbar sein
kann schon sein
ihr sein
wir sein
alle müssen hier sein
not enough data
dem, ders gemacht
Feucht würde sein
read input data
04/09/2010 - 15:52
Der Schurkenhammer!
Schurken müssen eingeschüchtert werden.
Der Schurke wird paralyisert.
Schurken müssen ausgeschaltet werden.
Der Schurke wird petrifiziert.
Schurken müssen zum Zielobjekt werden.
Man verfolge sie bis in das letzte Schlupfloch.
Man schneide ihnen die Rückwege ab.
Man entziehe ihnen den Nährboden.
Man hungere ihren Nachschub aus.
Isolieren, Identifizieren, Annihilieren.
Mit aller gebotenen Klarheit.
Höchstmöglich, Größtmöglich.
Ein präzises, effizientes, chirurgisches Vorgehen.
Mit Augenmaß und Verstand.
Unter Berücksichtigung aller Umstände.
Ohne falsch einschränkende Scheu.
Schurken halten keine Regeln ein.
Der Schurke kennt keine Verwandten.
Schurken schießen aus dem Hinterhalt.
Der Schurke mißbraucht Frau und Kinder.
Schurken bilden Staaten. Netzwerke.
Der Schurke ist gleich nebenan.
Man finde ihn und zerre ihn ans Licht.
Man räuchere seine Höhlen aus.
Man mache ihm den Prozeß.
Über kurz oder lang.
Der Schurke tarnt seine Absicht.
Schurken sind Meister der Täuschung und List.
Der Schurke lebt unerkannt.
Schurken sind Menschen wie du und wie ich.
Man unterscheide. Man differenziere.
Man analysiere ökonomisch-politisch.
Man denke geostrategisch.
Man urteile genau.
Lokale Führer, Anführer, Rädelsführer.
Verführer, Einführer, Hinführer, Zuführer.
Die Führung ist oftmals zu schlaff.
Der Mann am Gewehr braucht ein Wort mit Gewähr.
Direktiven, Richtlinien.
Gute Sicht auf dem Schussfeld.
Man stärke ihm den Rücken.
Man lasse ihn nicht links liegen.
Man sorge sich um ihn.
Man lobe seinen Einsatz.
Man grüße seine Familie.
Schurken verschanzen sich hinter Leibern.
Der Schurke kennt stets nur sein Ziel.
Schurken basteln Sprengfallen, Autobomben.
Der Schurke fährt Bahn und nutzt Jeeps.
Schurken vergiften die Brunnen.
Der Schurke schickt Kinder ins Feuer.
Schurken sind feige.
Schurken meiden den Tag.
Schurken lieben die Lüge.
Schurken leisten Meineid auch vor Gericht.
Man lasse sich nicht täuschen.
Man gebe nicht nach.
Man sei auf der Hut.
Schurken tragen Krawatte.
Dem Schurken steht auch der Talar.
Schurken nutzen die Burka.
Dem Schurken wächst Haar im Gesicht.
Schurken wickeln den Fes.
Dem Schurken ist alles egal.
Marginalisieren, Targetisieren.
Diskriminieren, Eliminieren.
Paßen Sie auf - der Schurke ist hier!
04/08/2010 - 00:22
04/07/2010 - 15:00
04/05/2010 - 23:03
Fern.
Fern ist gut.
Fern ist besser.
Fern wird niemals zu nah.
Fern sinkt Sonne der Welt unterwärts.
Fern hat alles, was um dich das Fehlende ist.
03/27/2010 - 22:02
An-bieder-mann-meier-brand-stiftung
Verrutscht blaublumig bauschend
Der Welt zum Gedicht
Vorsicht
Wir machen gewiß
Von Schußwaffen Gebrauch
Sie sind vorgewarnt
Behalten Sie Ruhe
Wir bitten Sie schleunigst
Nun weiter zu gehen
Nur kurz noch ein Blick
Hier hinter den Zaun
In jeder Tasche lacht glücklich
Das eigene Geld
Lob sei dir Gott
Du schicktest uns Sohn
Sohn starb
Und fuhr auf
Von Innen her sehe ich
Sehr anders wohl aus
Ich blicke auf Stirnen
Ich schließe ganz frech
Daß hinter den Hirnen
Das Gleiche sich böte
Egal
Paternoster
Hat Schrauben
Recht locker
Und nun steht er still
03/27/2010 - 17:15
Mitten in der Nacht
über die Bühne
wie geplant
in die Luft
wie ein Buch
aufgeklappt
und noch einmal
auf der Bildfläche
auf den ersten Blick
wie vom Erdboden
vergessen
und plötzlich Fiktion
wenn man trotzdem wacht
mitten unter ihnen
03/25/2010 - 18:22
Eins war gesetzt, Zwei folgte draus,
Drei faßte beide in sich ein,
Vier schaute nach der Fünf hinaus,
Sechs hatte schon der Teiler zwein,
Sieben war Vorhof für die Acht,
Neun hatte sich davon gemacht.
03/21/2010 - 19:42
eins eitel
zwei zwingend
drei drollig
vier frei
fünf grau
sechs unerreichbar
sieben sicher
acht klug
neun niedergeschlagen
null steht wieder auf
03/18/2010 - 01:00
1: unteilbar
2: glatt
3: hadert
4: rund
5: unentschieden
6: schmächtig
7: schlank
8: dicklich
9: steil
0: satt
03/16/2010 - 11:57
Null:
Eins: Laut
Zwei: Silbe
Drei: Ganzes Wort
Vier: Ein ganzer Satz
Fünf: Gleich mit Nebensatz
Sechs: Sätze aneinander
Sieben: Zu Absätzen geordnet
Acht: Lesbar wegen Absatzabstand
Neun: Und dank Kapitelüberschriften
03/08/2010 - 23:26
Eins ist aus Nichts zur Welt gekommen,
Zwei nied ihr das sofort.
Drei hat die beiden ausgesöhnt,
Vier hat sich ausgeruht.
Fünf säte Zwietracht frech erneut,
Sechs einte sie als Paar.
Sieben hat hämisch zugeschaut,
Acht teilte pari auf,
Neun blickte streng zurück,
der Rest ist wohlbekannt,
Rota, Tarot.
03/06/2010 - 16:29
3 gibt‘s aufn Kopf
wenn morgen töten
aufs Auge einfach
am Hals im März
der Narbe Raum
der Brauch bringt‘s
ein Tag im Wald
- nur 3x warten
02/28/2010 - 00:25
Ich hasse Anna Gramme,
entlasse meinen Grimm auf sie,
die stramme blasse Amme,
die hat dem klammen Manne nie
das Bange aus der Kanne
am Strang aus Schlamm,
wie eine schlanke Schlange
vom Stamme grimmer Grannen,
in das Gelass der Schlimmen
hinein zu lassen stracks verwehrt.
Das war gewiß verkehrt,
weswegen ihr Gebiß verzehrt,
was sie entbehrt, es stört,
da es die Misstress Anne entehrt.
Das ist an alternden Agrarmahnmalen
bald allemal noch des Ansehens wert.
02/21/2010 - 21:05
Ich bin um die Ecke gegangen.
Ich habe das Licht angemacht.
Ich habe die Haustür geschlossen.
Ich kippte das Fenster im Bad.
Ich lauschte dem Wasser, das rauschte.
Ich hörte auf Einen, der schwor.
Ich wartete Stunden vergeblich.
Ich tanzte nach Einem, der pfiff.
Ich lag unter Decken geborgen.
Ich saß gut erzogen zu Tisch.
Ich rief nach den Tieren.
Ich speiste.
Ich stieß mir die Klinge des Messers
beim Öffnen der Dose
tief unter die Haut.
Ich zahlte den Arzt für die Heilung.
Ich wäre der Nacht keine Braut.
02/19/2010 - 17:42
Ich bin Luft
ich habe Ohren
ich soll Tage
ich lasse Gase
ich heiße Liebe
ich sehe Wolken
ich muss Wasser
ich sage Suppe
ich kann Kartoffeln
ich will Rhythmen
ich gehe Spur
ich komme in Frage
Ich finde Quellen
ich weiß Eisen
ich mache Draht
ich bringe Ware
ich gebe Nächte
ich nehme Nacht
ich bleibe Phase
ich werde Asche
ich mag den Wind
02/14/2010 - 14:33
Liebes Fräulein Schokolade
ich hebe mein Hemd
ich singe die Tür
zu Buch und Bier
zu Asche und Wein
zu schade, ich lade Sie ein
02/09/2010 - 19:23
Deine Augen
denke, nenne, sprich
Liebe
o, dein Mund
du hast "blieb" gesagt
bist
deiner Nacht Schweigen
Gehen, statt Sonne
Lachen
Herz, das den Atem las
Ton, dein Wort
wie Wimpern
02/09/2010 - 18:30
Du zählst
Ich zähle nicht
Ich zähle auf
Ich zähl auf dich
Du zählst uns ab
Wir zählen einander
Wir zählen uns an
Wir zählen uns aus
Das zählt
Das zählt uns dazu
02/08/2010 - 01:11
Aufgabe
Ergebnis
Leute
Mal
Möglichkeit
Rolle
Teil
Werfer
Der Spin-Faktor zählt!
Deren Auseinandersetzung
01/30/2010 - 20:30
Der Untergang der Welt kam vormittags, kurz nach halb elf.
Ein Rütteln war zu spüren, dann ein Schrei,
jenseits der Fenster brüllten Seelen,
ein Krachen war, dann war′s vorbei.
Die Menschen hatten ausgespielt.
Der Warentausch versagt,
die Prophezeiung hielt,
was schon ihr Text gesagt.
Da kamen strenge Reiter,
aus Stahl war ihr Visier.
Ein Morden hub da an,
ging eifrig weiter,
kein Luxus half dafür.
Sogar die Toten riß es hart
aus ihren sanften Gräbern.
Und jede Tat wog doppelt schwer.
Oweh! Nun zahlten Schuldner ihre Schuld,
und wer nicht zahlen konnte, schied
wie nur ein Knecht unter dem Herrn,
wenn dieser herrschen wollte.
Das Aufgeschobene zerbrach,
per ultimo wurd wirklich.
Auf leeren Plätzen lag
schier jede Sünde sichtbar bloß,
und Strafe grölte Rache.
Das war so gegen Elf beendet,
denn mittags kam der Kassensturz,
Verschwiegenes ward umgewendet,
das Heimliche publik.
Um Zwölf hielt man Gericht.
Und vielen wurde Gnade nicht.
So mancher dachte, das Atom
wäre ihm Schutz und Mantel,
das Elektron ein guter Grund,
der String auch für den Wandel,
mit dem man sich gefiel. Mitnichten!
Keiner kam davon.
Genauigkeit kennt kein Pardon,
das Vage wurde ruchbar.
Zur Mittagszeit ward aufgeräumt,
in einer leeren Wüste
wurde vom Neuanfang geträumt,
für den das Alte büßte.
Frisch sprang ein bunter Wicht
aus ausgebrannten Schächten,
Messias für ein junges Licht,
ein unverbrauchter Held
in ungewollten Nächten.
Kein Papst, kein Buddha, und kein Gott
sah nachmittags nach den ersparten Rechten.
Der Untergang der Welt betraf die erste Klasse,
in abgemildert weicher Form.
Wie immer hat die Masse mehr gehabt
an Leid und Schmerz und Kummer.
Das Ego teilt die Welt gut ein, wie immer.
Um Eins war endlich alles gleich,
der Zins war fast erträglich.
Selbst Weltenuntergang
ist an sich gar nicht schädlich.
01/27/2010 - 23:41
Ta Tombola, Tara!
Tamisso, Tamalin,
Ta nolens volens Tattera!
Ta tu, ta ti, ta ta, ta noi,
ta canto tanti canterei!
Tarantel tatta immada.
Taflu, Tagans, Ta anthrazit,
ta lobens, esens, esset, erruit.
Ta colta, tacatui,
tarcossa tarascon!
Ta multa tamafli ma flu.
Tacu si isset, esset, ens.
Ta no conoscere, ta sui.
Antrata entre nu.
Taranta, taka onet tatasi.
Tassumit tanto entra nu.
Ta Tombola. Ta Tel!
Ta Nato, Ta na canto, toi!
Intanto sono erit so,
immacalunga lui sai.
Ta tanto, tatta sono vel.
Ottanto, cinque, sette, sei!
01/27/2010 - 00:51
Ei, Eisens enge Esse
gießen Seen Segens
seines Sieges Singen
wegen wenig Wesen
Wessen GI
Ei, Eier
er Erker
irre, kirre
rarere, rare, rar
Iraker, er
01/25/2010 - 13:25
Herbst
dauernd Wind
Flammen heulen
klingeln Schein
und dann
kreativ schwarz
weiß
Gerecht erlischt
der Sturm
entlaubt woanders
01/21/2010 - 21:49
das was gefällt mißfällt
allein sein ist ein allen ein sein
alles gemein ist was mir mein sei
das dach schützt was es trägt
der bürger weiß sich gut geborgen
der user wähnt sich unbenutzt
das neue glaubt sich neu geboren
das alte ringt um existenz
inmitten meiner mängel mischt sich
das möchtegern mitunter ein
die himmel sind aus marmelade
versprechen weichen
welt entbrennt
glaub einem wort
und glaube immer
nur ewigkeit
zählt bis zuletzt
01/14/2010 - 09:59
Im Tretmühlenstein bäckt der Ofen die pizza auf trockenem Stroh für das Winterschlafkissen, bis Wasser dem Teig weicht, der oberen Hitze umluftig genügend, alldieweil da draußen die Schieber im Schnee die gefangenen Berge erstürmen. Zufriedene Scholle summt unter dem Eis, birgt dunkel ein Licht, das erst leise aufschiene, hätte Aufschwung im Tal allen Hängen zum Trotz eine Nase aus rotziger Frechheit gedreht. Prominent steht in erstiger Reihe, die Mütze der Vorsicht als Kranz welker Rosen revoltierend gezückt, der letztjährig gekürte Schönwetterprophet. Seht! Auf den Zinnen der Burg hält der Schildmaler aus! Kein Entrinnen dem Handwerk, keine Fahne zur Flucht. Industrie ist Kartoffel, hartkochend, geschält. Ihr Stahl ist mit Blau in den Himmel gesät, Korn und Kaff, keine Zeit, nur der Stoffel bleibt sitzen, die Schnecke springt auf, schnallt die Zitzen sich fester, parapluies gegen Angst. Bald ist Gut nur noch Hauptwort, Bewegung ein Muß. Konjunktiv dräut Verbrechen, macht mit Abnehmen Schluß. In das Rathaus zieht Frohsinn vom eichernen Faß, vom Baum der Erkenntnis bei Neumond gepflückt. Im Taubenhaus nächtigen mächtige Falken, im Lager der Jungfrau spielt Robinson Tod, wächst alles zum Alten, ist Sünde vor Ort. Zwischen Lippen und Rot bleibt die Mitte sich treu. Alle Macht dem Atom. Gute Nacht! Kassenbon, Quittung hier, grüne Taste, please enter your pin! Bestätigen Sie rasch Ihre Order zu Ostern, wenn die Kreuze erblühn und dem Henker der Kamm schwillt. Helau und Alaaf! Uns allen ist gnädig im voraus verziehn!
01/13/2010 - 23:44
Schreibt einfach Luft
viel Stunden fliegen
all Tage Tod
Wert, Wortschatz, Wort
allem Erinnerung
wie Wasser waschen
Satz & Datei
Spiegel gefangen
am Pinkelstein
schreibt einfach Luft
01/07/2010 - 12:33
Arbeiten Sie sich vor,
wenn Sie nicht einen Stehplatz wollen.
Unser Weg! Lassen Sie uns machen.
Unser Weg ist uneinnehmbar,
Sie könnten mit Ihrem nur wenig erreichen.
Ihre Hände, versuchen Sie es, schleppen Sie sich
oder gehen Sie heim -
wir vermissen Sie auch in Ihrem Zuhause,
wir haben einen Plan für jede Beobachtung -
Ihre Hände sind schwer.
Sie wollen keinen Bericht.
Wer uns folgt, folgt sich,
ungeachtet aller dieser, jener,
die irgendwas tun.
Lassen Sie uns gemeinsam gehen.
Es ist Ihr Wunsch, das Glück
eine Einladung, gebeten zu sein.
Beten Sie - und wir laden Sie ein,
gratis, bezahlt mit nichts.
Das ist Ihr Recht,
für Sie beschlossen.
Das ist das Gesetz, Ihre Ruhestätte.
12/28/2009 - 21:27
Stelle, wirf, beende
habe gehorcht
Welt innen lokal
Nacht positiv dicht
Vollständig abhängig
gleichmäßig frei
(Gesagt, entsagt, endgesagt)
12/22/2009 - 23:01
Der Kaltenbrunner in uns ist das Übel,
nicht Jeckyll oder Hyde.
Der Marschall nicht, der Spieß,
der einsam auf dem Hof grell schreit.
Der mit dem Klemmbrett,
der beflissen Hindernisse nimmt,
das ist der Teufel alle Zeit.
Zum Golde kommt bestimmt
ein jeder, Lametta trägt der Plebs.
Das feine Lächeln still am Abend,
weil alles reibungslos verlief,
klingt wie vom Takt gehetzt,
mit dem das Maultier seine Last fort schleppt.
Der Kaltenbrunner ist′s, der flüstert,
inwendig wispert, bis zuletzt.
12/16/2009 - 20:41
bin ich hier bin ich
nicht dort bin ich
dort bin ich nicht
hier bin ich wer
weiß wo bin ich
wenn ich bin nicht
hier nicht dort
ich bin an einem
unbestimmten ort
12/16/2009 - 01:11
[Debütanten-Abc]
Andere beginnen
bleiben, blicken
Buch dazu
eigene ernste Farben
Gegenwart gibt Gott ins Jahr
- geht
Klein kommt Kunst
Landschaft
neue Sprache
Texte, Titel, und viele
wie viele warten zahm
12/14/2009 - 21:14
Ich denke an dein Winterfell,
mein dunker Eisbärknurrer.
Ich barg mich drin,
es barg mich schnell,
du warst mir gut Verführer.
Ich denke an dein Sommerfell,
mein wilder hazzle bearer.
Ich trank es aus,
es schmeckte grell,
I pulled you ever nearer.
Ich denke an dein Frühlingsfell,
mein an mein Ego Rührer,
Ich zitterte,
es ließ mich hell,
schier klang ich dir, und schierer.
Ich denke an den Herbst mit dir,
mein knochenharter Gott.
Ich brach an dir,
du brachtest mir
die Freiheit vorm Schafott.
Ich denke wieder mehr für mich.
Und manchmal noch hauchzart an dich.
12/14/2009 - 10:18
Wer schrieb, der blieb
ruckdruck das Stück
es schrieb der Trieb
der Laut von Blut
die Lieb schrieb auch
es schrieb der Dieb
die Lust am Schnitt
und manchen Dreck
der Satz im Bauch
[Wer kennt ihn nicht? Man schrieb und schrieb und wieder war‘s nur er, der Brausepeter.]
11/30/2009 - 22:14
11/30/2009 - 12:46
Nebel genug! Hab ein Herz für die Sonne
Laub fällt dein Wind, Wein reift das Land
die Tage fort mit den Früchten des Frühlings
Grau auch genug. Leise lacht doch der Winter
nächste Nacht dir ins Haus, geh du dahin
Deine goldenen Felder, was das auch sei
Regen genug! Weich sind die Böden
Wein wollen wir nicht, sondern Geräte
stille Äpfel sind uns so bitter geworden
Geh, lieber Herbst in dein eigenes Draußen
einmal vielleicht noch Besuch - später
oder auch zwei; Leben immer genug
11/25/2009 - 23:16
Ich schaue aus dem Fenster das das Zimmer wo ich jeden Wochentag die hellen Tagesstunden sitze schreibe rede schwitze kleine Tasten drücke meine Augen an das helle Licht anpasse meine Lungen meine Muskeln daß der Sitz mir nicht den Po verformt die Adern in den Schenkeln klemmt das Horchen auf die Worte aus Geräten nicht den Geist vernebelt manchmal schreie ich inwendig außen sieht man nichts jetzt schaue ich zum Fenster raus es stürmt da draußen alle Menschen ducken sich ich bin wie weg gesperrt mein linker Daumen schmerzt in meinem schlechten Auge ist die Zukunft düster meine Brüste sind wie hundsgemeine Knoten Angst um meinen Körper schnürt mir jetzt die Kehle zu ich schaue weiter auf die Straße noch ein Schriftstück und zwei Briefe und Kopien aus der Akte die mir gestern seitlich über meinen Schreibtisch auf den Boden fiel die ersten Blätter rissen aus ich klebte alles wieder zu ich möchte gerne daß mir jemand hilft mein Bein tut weh da unten sitzt auf einer Decke eine dicke alte Frau in Lumpen auf dem Pflaster es ist kalt sie tut mir leid doch gehe ich nicht hin zu ihr und hole sie nicht hoch hierher mein kaltes Herz bleibt stumm ich kann mich selbst nicht leiden unter meinen Haaren bin ich schroff die Wimpern meiner Augen kratzen mich das Denken fällt mir schwer ich höre wie im Nebenraum ein Stuhl umfällt nein falsch es ist nicht dort es ist hier gleich in meinem Rücken in den Häusern gegenüber sitzen Frauen so wie ich und über mir und unter mir ich warte daß der Tag noch älter wird ich auch die Menschen in den Läden ebenfalls und abends bin ich dann erlöst ich gehe lachen gehe küssen gehe gucken gehe schön sein gehe heim ich schlafe schlecht wenn meine Haut sich nicht an weichen Händen reiben kann ich darf auf keinen Fall vergessen Filtertüten Butter und Waschpulver einzukaufen und im Kaufhaus unten einen Käse Bio ist dort angesagt ich fahre heute mit dem Wagen morgen bin ich wieder tapfer und dann nehme ich den Zug und alles ist bestimmt am andern Morgen hell und besser und die ganze Welt ist selbstverständlich wieder gut.
11/23/2009 - 15:31
Ich wollte, daß die Erde zittert.
Nur meine Lippe hat gebebt.
Die Sonne sollte untergehen.
Mein Auge war nur fest verklebt.
Ich wollte, daß ein Laut noch klänge.
Ein Zucken lag um meinen Mund.
Ein Atem, der zu atmen wäre.
Das fünfte Viertel nach der Stund.
Ich wollte, daß das Feuer brenne.
Asche bedeckte meine Brust.
Mein Herzschlag solle weiter pochen.
Im Morgengrauen Rest von Lust.
Ich wollte, daß kein Ende wäre,
und daß kein Anfang dieses wird.
Ich wäre leicht, trotz aller Schwere,
mein Flüstern laut, und alles still.
Ich wollte noch ein paar Sekunden
und einen Arm rund um ein Glück,
das ich kaum länger hab empfunden.
Ich will noch immer nur zurück.
11/21/2009 - 01:42
Zum Spaß gesandelt
Kasten, Strand
patsch, riesel, auf-
geschüttet, nass
an Stellen nur
professionell
man wär verrückt
11/20/2009 - 00:22
Nur in der Wintersonne leuchtet Herbst.
Der Mondstaub fällt auf Felder,
die kalter Atem blau anmalt.
In ihrer Krume wartet Nacht.
Die Stille macht sie heller.
Es friert.
Unter den Wellenkämmen ist kaum Platz
für eine neue Runde
an den Strand zu rollen, rücklings
zu liegen, das nasse Fell ist
Pracht, ein Auge weidet sich
ganz ruhig.
Ich habe einen Käfer in das Gras
sich ducken sehen, seine Äuglein
stierten, die Beine wild und emsig
um seine überstürzte Flucht bemüht.
Die Zahl der Tropfen wurde ausgeschöpft.
Der Wald der Finger birgt die Faust.
11/19/2009 - 20:41
Der selbstbestimmte Attentäter hat das Landgericht gesprengt. Mindestens Vaters Prozess leidet entschieden. Frühspiel Umnachtung:
Leben getrieben
Sterben treiben
Billigend Lied
Plötzlich tragische Frühe
was von der Schippe der Schleichende schreibt
Herbst. Notarzt gestürzt
qualvolles Raten
sicher sofortigen Sohnes
"alles muss raus"
Er sprengte den Strang
11/10/2009 - 14:13
I owned the sea
I owned the salt
I owned a neck-tie and a chain
I was in Bruxelles
was down town
I married meermaids
far off shore
I put a mantle round my skin
I coughed
I hissed
I trembled
I was the one
that none could reach
I am in fear I´d stumble
no better place
I can depict
than that where I am dwelling
no chance to slip
under the trees
that shaded skin
white, blank, and bare
the youthless spur of hunger
I owned bad crime
I owned good luck
I owned the seven wonders
I stood alone
I stood upright
I faced what I can´t figure
I am the one
I wanna be
I wanna be
the one that counts
get me the soil
the facts that matter
I will reach out for all
and none
get me the dust
a waggon throws
I will keep close
and mumble
11/05/2009 - 10:37
Dreijährige Schadenfreude
fünfstelligem Klimawandel
eingeschränkte Atmosphäre
Original Gewinneinbruch
Angebliche Muttersprache
langjährige Niederlage
unentdeckte Schuldbefreiung
Versehentlich Beleidigung
Plastinierte Hakenkreuze
kreative Kruzifixe
fehlerhafte Jugendliche
Positive Psychiatrie
11/04/2009 - 23:52
Der Spaziergang an sich
in schwerer Krankheit Gedichte
Morgen- und Abendlied
Der Gang an sich
im Weh Gedicht
1 Spät- & Frühstück
10/27/2009 - 20:04
Das nenne ich Verlassen,
wenn du den Rücken
zu mir drehst, die Tür
in ihren Rahmen wirfst,
deine Sohlen auf dem Kies,
der Motor, wie er kotzt,
das Tor, Blech schrappt
an seiner Weichheit
wie die Wut in dir
an mir
genagt.
Das nenne ich Gemeinheit,
wenn du nicht hörst,
die Augen schließt,
nach draußen schaust,
deine Fingerspitzen
auf dem Tisch, das
Trapsen deiner Schuhe
auf dem Stein
in dieser Küche
die dir
lauscht.
Das nenne ich die Leere,
wenn ich weiß,
daß ich zu warten habe,
ganz für mich,
die Knie angezogen,
die Augen feucht,
die Hand am Becher
zitternd in die Nacht.
Das nenne ich vorbei,
wenn nichts geschieht,
nur Schweigen.
Und weil ich nennen kann,
bin ich.
(Und hör ich zu,
bist du.)
10/24/2009 - 01:17
Das Ei ist der Weg
die ewige Wiege
vermutlich im Mai
10/15/2009 - 15:47
Du sollst Deines Nächsten Gedanken nicht denken,
der Gedanke wird schal,
wird er zweifach gedacht.
Du sollst Deines Nächsten Melodie nicht nachsingen,
der Ton wird zu blass,
erklingt er nochmal.
Du sollst Deines Nächsten Gemälde nicht zeichnen.
Die Konturen verwehn,
vermehrfachst du sie.
Du sollst Deiner Welt Dir kein Bildnis entnehmen.
Bildung ist schlimm,
zeigt sie dir was.
10/11/2009 - 00:52
Uns jetzt
per Internet abrufen können wir
Mich sehr viel mehr
nur einen Tag
gleich nach dem Spiel
mit ihm wird es nun schon einmal
ehrlich gesagt
Bist doch noch nicht
mehr als er sich
die Zahl von einem Jahr Bericht
auf diesem Weg
- haben sie dann aber wieder
auf den letzten beiden Seiten
zu Papier gebracht
10/07/2009 - 17:29
Wir sind weißer Nebel
kein einzelner Rauch
- am Ball
- in Bewegung
(kein anderer Verkehr)
- fremd
wie unser schwarzer Rauch
Zu anderer Lebzeiten
schreiben die Toten schwarz
(das alte Werk)
10/05/2009 - 01:04
Mein Sohn, ein Mann, mein Job, mein Namen
dein Lachen, deine Meinung, deiner Mutter Gesicht
sind unser Land, unser Spiel, unsere Kunden
Erwartungen unserer Vorfahren sind wir nicht
Mein Sohn, ein Mann, mein Job, mein Namen
dein Lachen, deine Meinung, deiner Mutter Gesicht
sind unser Land, unser Spiel, unsere Kunden nicht
wir sind nicht Skelett tief im Fleisch unserer Ahnen
10/04/2009 - 15:03
Das schreib dir ein in die Bilanz:
Prolongiere, emissiere,
terminiere und notiere.
Schrecklich ist der letzte Tanz!
Das Stabparkett wird abgerissen.
Schweißband bekleidet jede Frau.
Depotgebühren sind Gewissen.
Am Stellenmarkt siegt Stellenklau.
Das lese nach im Buch der Hast:
Inkarniere, revoltiere,
projektiere und agiere.
Schonkost folgt der Deppenmast.
Die Kinder werden ausgelagert.
Im Wasserbett herrscht Winterschlaf.
Der Aufsichtsrat ist abgemagert.
Der Papst fragt nach, was er noch darf.
Das bringt man in der Schule bei:
Belobige das Obige,
begradige das Madige,
daß es stets wie heute sei.
Im Jordan schwimmen keine Leichen.
Der Altenberg kommt bald zu Tal.
Dank Biokost im Club der Reichen
ist Heiland Gast beim Abendmahl.
Jetzt spielen alle wieder Murmeln,
um sechs ruft Muttern heim,
die Tagesschau beginnt,
wir wollen fröhlich sein.
Im Keller tun die Väter kurbeln.
Im Hinterhof ist Karneval.
09/19/2009 - 01:40
Ich vage es wielleicht zu sagen
wergesse gerne varum nicht
sovas zu sagen wälschlich ist
fermutlich veiss ich nicht
vieso ein fohlwerhalten
einem vohlen wörderlich
dem finzling vrommte
felcher wrech
die wucherstaben
mikscht
fild durchgevirbelt
09/16/2009 - 00:16
Wieder sind keine Updates verfügbar.
Keine neue Nachricht.
Kochen könnte man komischerweise umsonst.
Überkochen ist möglich.
"Unternehmen Sie was, gehen Sie raus."
Wieder sind keine Updates verfügbar.
09/15/2009 - 22:53
Augen, Fenstertraum, dorthin Drähte lang, meinen ganzen Tag
Sonne, Regen kaum, Küsse warten bang, deinen Namen sag
09/07/2009 - 21:51
in meinem schädel
streut ein licht
wenn meine ohren schalten
mein stimmband
leuchtet nicht
durch meine gaumenspalten
in meiner hand
verzicht
weil meine kräfte
trommelfelle halten
einwärts knickt
mein knie sich ein
erklingt der ton
ich bin genossen
sinn wie hohn
und bleibe schön
beim immer alten
*
lies: ich tanze
ich falle
ich schwinge dir den ton
ich klinge mich aus
bleibe schön immer
denk dir: ich höre
ich schweige
ich halte meine ohren zu
ich ziehe meine hand zurück
sieh: ich drehe sie um
09/05/2009 - 22:59
Wir sind die Toten, Traumgesicht,
wir tanzen, wenn der Mond sich,
bleicher Schwager, vor unser Sonnenlachen legt.
Wir stoßen unsere Leiber immer her,
der Schweiß macht uns unsterblich,
Geruch, das Stöhnen und die Gier.
Dann wartest du.
Wir keuchen, atemlose Brut aus Nichts,
aus Luft gestrickte Leere, quer geschweißte Naht.
Wir sterben. Keiner kann das.
Das Übergehen ist uns Trost.
Wir streicheln Spielzeug,
küssen Waffen,
wir leihen Ewigkeit die Brust.
Wir sind abstrakt
kaum fast konkret.
Unendlichkeit ist uns die Lust.
Wir singen Vietnam
als wär es My Lai,
wir sind Gewissen und die Macht.
Der Tanz ist uns dahin gesagt,
Vernichtung zahlt uns aus.
Wir sind das Grelle, Zeitgeschmack,
uns ist Toscana Shangri-la,
Detail das Ganze schon.
In unsern Leibern kocht der Schmerz,
wir wissen ihn, doch schweigen.
Wir brüten aus.
Komm, leg dich nieder,
schicker Gast.
Wir grüßen jeden Morgen.
Wir siegen, bitter Mund,
das Elend kann uns nicht,
das Kalte. Sonne ist uns Stern,
nur immer aufwärts, Fahne,
ich lege meine Glieder
deinem Mast.
Wer fragte?
Mein ist Schönheit
jeden Tag,
wie immerdar,
good-bye.
*
Wir uns aus sind.
(Immer jeden kann Macht.)
09/01/2009 - 08:37
Ihr Lieben und sein Sagen war
da lange Farbenfeste kamen
nun siech
und seinem Schwarz-auf-weiß
das unter beiden Augen ruht
blieb Grau
ihr blieb dies Herz
ihr immer reiner Ritter, wie
ein Flieger, der nicht landet
08/24/2009 - 02:01
Ich testete das Nest.
Solide. Fest. Fast tadellos.
Ich legte mich zurecht.
Vermied, was schlecht, bloß,
mich mied Schlechtes nie.
Das folgt mir auf dem Fuße,
mein schöner Tag wird selten alt.
So kam es, daß ich bald
mich freute, hier im Nest
fristlos und gut zu sein,
für den Moment.
08/23/2009 - 20:12
Alle Uhrzeiten sind abgeschaltet,
alle Namen ausradiert,
an den Grenzen stehen die Schlagbäume offen,
jede Zeile ist nichts als sie selbst,
eine riesige spiegelnde Kugel fällt in sich zusammen:
es gluckst, die Augen gehen wieder auf.
Du bist willkommen, Freundin, Freund. Hallo!
08/19/2009 - 20:09
Beide Füße reglos auf dem grauen Bahnsteig
früh am Morgen keine Sonne nur der Tag
liegt unter Dächern Himmel Wolken
dicht auf Haut die Augen haben
nicht geglänzt der Zug fuhr wortlos fort
im Tunnel hallen Schritte lauter als
die Bitte hier zu bleiben vorne bückt
ein Junge sich zupft eilig an den Schuhen
Schnürsenkel gelöstes Band im dünnen Licht
die Hose T-Shirt Hände dreckig eine stark gebaute
Frau zerrt ihre Kinder schimpfend vorwärts
auf den Tafeln stehen Worte Sätze fraglich
wer sie wieder löscht
08/17/2009 - 17:22
Gutmenschen, Bedenkenträger
besser betreuen
Träumerinnen, Schwärmer
alle versammeln
einladen, abholen
Informatieren
Bildung macht frei
07/26/2009 - 23:57
O großer haupt- und staatscroupier, halt ein,
spiel nicht eifrig mit pro-
zenten, zaudernd le-
ge aus, was dir obliegt, die totalisatoren sagen go,
nicht fürchte aufstand aus der mena-
gerie der zebras, ihre schenkel sind für
jeden löwen da, den eine
heiße wut die starken kiefer in sie schlagen läßt, be-
sessen von der gier nach grün-
dlichster befriedigung, der dung,
der staub, die hitze liegen flirrend auf der
steppe, rufen geier, deren flatternde herbeikunft
läßt vom
ekel ihres mahls kaum eine spur, jetzt endet sommer, ende-
n werden all die lieben all der
sich in sonne suhlenden, der trauernd welt-
enabgewandten, die
um ihre stunde ahnen, ihre geist-
erstunde,
welche endlich naht.
07/22/2009 - 16:02
Kleine Wörterliebe
rief, und wäre man
durchnummeriert
leuchtend zwei Lampen
spannte den Satz,
der Schönheit darstellent,
briefdeutscher Phrasen
unter tausendeins Tropfen zwei
zwei klebten am Nachtglas
dem aber auf "du"
07/17/2009 - 18:29
Das ist ein Setzkasten, mein Kind.
Das Senkblei der Blöden.
Tu fein nur hinein,
er wird es dir danken.
Sieh, welche Schätze dort sind.
Da hat es Gestalten, und Torsi,
mein Kind.
Da sind Überreste, da ist,
was nie war. Da spinnt!
Dort lwebt das Leblose,
da wabert, was fiel.
Das ist ein Setzkasten,
Atlant in der Not.
Das ist dem ein Muster,
der es braucht, Abendbrot.
Häng es hin, zeig es hurtig!
Man lobt, was man sieht.
Ein Kasten, einspurig,
Gewinn, tadellos.
07/16/2009 - 15:20
Mal sagt das Leben einfach Luft
Kopf geht und könnte
Wellen vielleicht wissen
da stand ein Satz
selbst stand das Meer, es gibt
ein Buch davon, dass andere
auch hinter dicke Blätter blicken
ins leichte Licht
Dies Wort nimmt Gott
plötzlich Geruch dabei
ich sehe langsam meinen Nebel
die letzten Lippen saugen
wie die Gedanken tun
Drei Schatten fing das Tier
dann kam die Nacht
07/15/2009 - 14:49
Bälle sind wichtig:
Pille, Plan
Block, Droge, Bahn
wozu
Wer wirft wie weit?
Schutz, Stunde
Welt, Zahn, Wunde
bist, gleich
einsam dazu
Namen sind wichtig!
benennen können
Karte, Knall
Krumen, Ball
Was
1 Welt! 1 Musik! 1 Sprach! 1 Kultur!
Ein Mensch.
Bild, Ball, blau, grau
werden, werden
Namen wichtig.
Heißen -
wozu
Brosamen, Ball.
Der werfe seinen ersten Ball,
der Anpfiff hört.
Der schlucke Medizin,
der aus dem Grabe zahlt.
Der komme weit herum!
Die Augen äßen mit.
Allein –
der Magen schaut nach Innen!
Der knurrt das Wort.
Der ballt den Darm.
Der daut.
Das bröselt
eine Welt
doch immer zu.
07/15/2009 - 14:43
Vier mal frisch anzuschauen
hält morgens Blicke von der Brust
gleich toter Tage Früchte fern
von Augen, Himmeln, allen Fingern
die alte Platte Schlaf gelöscht
die Sonne in den Händen spielt
die dunklen Flecken mindestens
die hinten liegen, davon jeder
Schläger tropft die letzten Enden
die treffen die Person bereits
vor diesem alten Morgentrick
wie eine Wasserwelle ihren Stein
vier mal im Jahr die Nacht
06/28/2009 - 16:21
Die Welt ist voller Menschen, die -
man weiß es aber gar nicht, wie
sie's machen, dass, wenn einer sie
persönlich meint, die selber nie
sich kennen und die keiner kennt
man dennoch ihre Namen nennt